Rheinmetall steigert Gewinn und operatives Ergebnis im ersten Quartal, bleibt beim Umsatz jedoch deutlich hinter den Erwartungen zurück. Parallel greift der Konzern im Marinegeschäft an und legt eine erste Offerte für die Kieler Werft German Naval Yards vor.
Im ersten Quartal 2026 verdiente Rheinmetall nach Steuern 130 Millionen Euro, nach 107 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum und damit über dem Analystenkonsens von 121,5 Millionen Euro. Das operative Ergebnis verbesserte sich um 17 Prozent auf 224 Millionen Euro. Beim Umsatz hingegen blieb der Konzern mit 1,94 Milliarden Euro klar hinter den Markterwartungen von rund 2,3 Milliarden Euro zurück. Der Rückstand war so signifikant, dass Rheinmetall bereits am Dienstag erste vorläufige Zahlen veröffentlichte. Konzernchef Armin Papperger hält dennoch an der Jahresprognose fest und erwartet für das zweite Quartal großvolumige Beauftragungen im Marine- und Fahrzeugbereich. Der Auftragsbestand wuchs auf rund 73 Milliarden Euro, nach 56 Milliarden Euro im Vorjahr.
Neben den Quartalszahlen sorgt ein strategischer Vorstoß für Aufmerksamkeit: Rheinmetall hat eine erste unverbindliche Offerte für die German Naval Yards Kiel (GNYK) vorgelegt und tritt damit in direkten Wettbewerb mit der Thyssenkrupp-Rüstungstochter TKMS, die bereits ein Angebot für die Kieler Werft eingereicht hatte. Bald sollen Rheinmetall-Vertreter Einblick in die Bücher der Werft erhalten. Der Schritt passt zur Wachstumsstrategie im Marinesegment: Zuletzt hatte Rheinmetall die Marinesparte der Lürssen-Werft übernommen und damit eine milliardenschwere Marineeinheit aufgebaut. Geopolitisch bleibt der Rückenwind stark: Ukraine-Krieg, Iran-Konflikt und die zunehmende NATO-Distanzierung der USA treiben die europäische Nachfrage nach Rüstungsgütern weiter an.




