Japan-Wahl treibt Nikkei und stärkt den Yen

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February 11, 2026
11.02.2026
2 Minuten Lesezeit

Der klare Wahlsieg in Japan setzt einen Risiko-Impuls und hebt den Nikkei auf ein Rekordhoch. Gleichzeitig verlagert sich der Fokus der Investoren schnell von der Wahl zur Finanzierung, weil Fiskalpolitik, Renditen und Währung zusammenlaufen.

Rekordhoch als Erwartungswette auf Konjunktur

Der japanische Leitindex Nikkei stieg um 4,4 Prozent auf ein Rekordhoch. Der Markt preist damit politischen Rückenwind für zusätzliche Konjunkturprogramme der Regierung von Ministerpräsidentin Sanae Takaichi ein. In der Wahrnehmung vieler Investoren erhöht eine stabile Mehrheit die Wahrscheinlichkeit, dass Wachstumsimpulse zügig beschlossen und umgesetzt werden. Marc Jocum, Anlagestratege bei Global X ETFs, verbindet das mit einer breiteren Reformstory und sagt: „Japan galt lange als eine antizyklische Anlage, profitiert aber jetzt von einer Reformdynamik“. Als Profiteure werden dabei insbesondere Bereiche wie Künstliche Intelligenz, Halbleiter und Reforminitiativen genannt.

Fiskalpolitik rückt in den Vordergrund

Mit dem Kurssprung kommt die zweite Frage sofort hinterher: Wie wird das finanziert? Shoki Omori, Stratege bei Mizuho, verweist darauf, dass die Märkte nun auf die Gestaltung der Fiskalpolitik schauen. Die Aussicht auf eine höhere Verschuldung trieb die Renditen zweijähriger japanischer Staatsanleihen auf 1,3 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit 1996. Für die Bewertung ist das entscheidend, weil steigende Kurzfristrenditen die Refinanzierungskosten erhöhen und zugleich die Zinskurve als Risikoindikator schärfen.

Yen Erholung ist ein Signal, bleibt aber politisch sensibel

Parallel zur Aktienrallye holte der Yen seine Verluste aus den vergangenen Handelstagen wieder auf. Das ist einerseits ein Hinweis auf kurzfristig zurückkehrenden Risikoappetit, andererseits bleibt die Währung politisch sensibel. Japans oberster Währungsdiplomat Atsushi Mimura sagte, die Regierung beobachte die Devisenbewegungen „mit großer Aufmerksamkeit“. Für internationale Anleger ist damit klar, dass größere Ausschläge am FX-Markt nicht nur ökonomisch, sondern auch politisch gelesen werden.

Globaler Marktton bleibt unterstützend, aber nicht risikofrei

Der Impuls aus Japan fällt in ein Umfeld, in dem die US-Börsen zum Wochenschluss spürbar zulegen konnten. Der Dow Jones schloss 2,5 Prozent höher bei 50.115,67 Punkten, der S&P 500 gewann 2,0 Prozent auf 6.932,30 Zähler und der Nasdaq stieg um 2,2 Prozent auf 23.031,21 Stellen. In Asien gab der Dollar im Handel leicht auf 156,82 Yen nach, während der Euro bei 1,1821 Dollar nahezu unverändert blieb. Gleichzeitig signalisierten sinkende Ölpreise mit Brent bei 67,38 Dollar je Barrel und WTI bei 62,94 Dollar ein ruhigeres Inflationsumfeld, was Risikoassets grundsätzlich stützen kann. Der zentrale Punkt bleibt jedoch: Die Rallye in Japan ist nur dann nachhaltig, wenn Fiskalimpulse nicht zu stark übersteigende Renditen wieder eingepreist werden.