Rosebank Industries greift mit 3 Milliarden Dollar nach zwei US-Assets

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February 17, 2026
17.02.2026
2 Minuten Lesezeit

Das britische Akquisitionsvehikel Rosebank Industries verhandelt über den gleichzeitigen Erwerb zweier US-amerikanischer PE-backed Industrieunternehmen und will sich dafür frisches Kapital von 1,9 Milliarden Pfund am Kapitalmarkt holen.

Zweite Großakquisition seit dem AIM-Börsengang 2024

Rosebank Industries, das im Juli 2024 am Londoner AIM gelistete Akquisitionsvehikel ehemaliger Melrose-Industries-Manager, befindet sich in fortgeschrittenen Gesprächen über die Übernahme der zwei US-amerikanischen Portfolio-Unternehmen CPM und MW Industries von der Private-Equity-Gesellschaft American Securities. Der Headline-Enterprise-Value der kombinierten Transaktion beläuft sich auf rund 3,05 Milliarden US-Dollar. Die Finanzierung soll über eine vollständig gezeichnete Kapitalerhöhung von etwa 1,9 Milliarden Pfund (ca. 2,59 Milliarden US-Dollar) sowie neue Fremdfinanzierungen erfolgen. Gemäß den AIM-Handelsregeln wurden die Aktien von Rosebank unmittelbar nach der Ankündigung ausgesetzt und hatten zuvor 2,1 Prozent auf 329 Pence verloren.

Bewährtes Playbook aus dem Melrose-Ökosystem

Rosebanks Geschäftsmodell - Buy, Improve, Sell - folgt dem Muster des FTSE-100-Unternehmens Melrose Industries, aus dem die Gründer stammen. Die erste Akquisition, die 1,9-Milliarden-Dollar-Übernahme von Electrical Components International aus St. Louis im August 2025, bewies bereits die Umsetzungsfähigkeit des Teams. Der neue Deal wäre die zweite Transaktion seit Gründung und zielt erneut auf US-amerikanische Industrie- und Fertigungsunternehmen ab - ein Segment, das angesichts von Reshoring-Trends und PE-Exit-Druck attraktive Einstiegsmultiples bietet. Die Kapitalbeschaffung erfolgt über eine feste Platzierung bei institutionellen Investoren, ergänzt durch ein Angebot von bis zu 10 Millionen Pfund für britische Privatanleger.

Uplisting und Wachstumsambitionen auf dem Hauptmarkt

Unabhängig vom Ausgang der aktuellen Verhandlungen plant Rosebank, im zweiten Quartal 2026 vom AIM an den Londoner Main Market zu wechseln. Das Uplisting soll Liquidität, institutionelle Sichtbarkeit und den Zugang zu einem breiteren Investorenkreis verbessern, eine folgerichtige Maßnahme für ein Akquisitionsvehikel, das auf weiteres Deal-Volumen ausgerichtet ist. Für M&A-Berater und Transaktionsanwälte ist das Rosebank-Modell ein beobachtenswertes Fallbeispiel: Der simultane Erwerb zweier PE-backed Assets, kombiniert mit einer Kapitalmarkttransaktion im Milliarden-Pfund-Bereich, stellt erhöhte Anforderungen an Due Diligence, Closing-Koordination und regulatorische Freigaben in mehreren Jurisdiktionen. Die Transaktion bedarf noch der Unterzeichnung bindender Dokumentation sowie relevanter regulatorischer Zustimmungen.