Siemens ordnet den Vorstand neu

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February 12, 2026
13.02.2026
2 Minuten Lesezeit

Siemens wechselt den Finanzvorstand und verschlankt zugleich die Führungsstruktur. Der Schritt ist mehr als eine Personalie: Er bündelt Verantwortung, verkürzt Schnittstellen und setzt ein Signal an Kapitalmarkt und Organisation.

CFO-Übergabe zum 1. April

Der langjährige Finanzchef Ralf Thomas gibt sein Amt vor Ablauf der Vertragslaufzeit ab. Vorstandsmitglied Veronika Bienert übernimmt den CFO-Posten zum 1. April zusätzlich zu ihren bisherigen Aufgaben. Der Wechsel war bereits im November angekündigt worden, offen war bislang nur der Zeitpunkt der Übergabe. Thomas ist seit über einem Jahrzehnt Finanzvorstand des Konzerns. Bienert verantwortet derzeit das Serviceportfolio von Siemens Financial Services, Siemens Real Estate und Global Business Services. In der neuen Konstellation liegt damit ein breites Zuständigkeitsprofil in Finance nahen Funktionen bei einer Person, inklusive zentraler Services und interner Plattformen. Für den Konzern erhöht das die Möglichkeit, Steuerung, Prozesse und Kapitalallokation enger an operative Prioritäten zu koppeln. Thomas scheidet auf eigenen Wunsch mit Ablauf des 13. Mai aus dem Vorstand aus, soll Aufsichtsrat und Vorstand aber bis zum regulären Ende seiner Amtszeit im Dezember als Berater unterstützen. Seine Funktion als Aufsichtsratsvorsitzender von Siemens Healthineers bleibt davon unberührt.

Verantwortlichkeiten werden gebündelt

Parallel zur CFO-Übergabe verschiebt Siemens Zuständigkeiten im Vorstand. Peter Körte, bislang verantwortlich für Technologie und Strategie, übernimmt zusätzlich die Verantwortung für die Sparte Smart Infrastructure von Matthias Rebellius zum 1. Juli. Damit reduziert Siemens die Zahl der Vorstandsmitglieder von sieben auf fünf. Die Reduktion ist ein strukturelles Signal: weniger Ressortgrenzen, mehr Bündelung, potenziell schnellere Entscheidungswege. Gerade in kapitalintensiven Portfolios mit zyklischen Märkten wird so eine Governance über klare Verantwortlichkeiten und durchgängige Berichtslinien gestützt. Am Markt löste die Meldung zunächst keine stärkere Reaktion aus. Die Siemens Aktie zeigte sich im nachbörslichen Tradegate Handel kaum bewegt und lag zeitweise bei 256,50 Euro leicht über dem XETRA Schluss.