Pictet kauft sich in den Treuhandmarkt ein

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February 17, 2026
17.02.2026
2 Minuten Lesezeit

Private Equity trifft Buchhaltung: Die Pictet Group baut über ihr Direct-PE-Team eine Konsolidierungsplattform für den fragmentierten Schweizer Treuhandmarkt.

Platform Play in einem zersplitterten Markt

Die Pictet Group und die Treuhandgesellschaft Tretor aus Liestal gehen eine langfristige strategische Partnerschaft ein. Initiator ist das Direct-Private-Equity-Team von Pictet Alternative Advisors, das gemeinsam mit Tretor eine Konsolidierungsplattform für den Schweizer Treuhand- und Accounting-Markt aufbaut. Ziel ist es, regional verankerte Treuhandunternehmen zusammenzuführen und ihnen Zugang zu zentralen Ressourcen zu verschaffen: Talententwicklung, IT, Digitalisierung und KI, Controlling sowie Qualitätsmanagement. Die Plattform soll schrittweise durch weitere Partnerfirmen ergänzt werden.

Strukturelle Herausforderungen als Investitionsthese

Der Schweizer Treuhandmarkt gilt als stark fragmentiert und steht vor Herausforderungen, die Pictet als Investitionsgrundlage nutzt: Digitalisierungsdruck, KI-Integration, Fachkräftemangel, zunehmende Regulierung und steigende Qualitätsanforderungen. Nikolaus Hubmann, Head of DACH Direct Private Equity bei Pictet Alternative Advisors: „Wir suchen Unternehmen, die gemeinsam mit uns die Zukunft der Treuhandbranche gestalten wollen. Die Kombination aus lokaler Expertise und zentralen Exzellenzfunktionen schafft die Basis für nachhaltiges Wachstum und starken Mehrwert für KMU in der ganzen Schweiz.“

Unternehmerische Freiheit bleibt Kern des Modells

Die unternehmerische Eigenständigkeit der Partnerfirmen bleibt erhalten – sie können sich weiterhin auf ihr Kerngeschäft konzentrieren: Buchhaltung, Steuern, Revision und Beratung für KMU. Managing Partner Adrian Schaller von Tretor: „Mit Pictet haben wir einen Partner gefunden, der unsere Überzeugung teilt, dass nachhaltige Entwicklung nur mit unternehmerischer Freiheit vor Ort und langfristigem Denken möglich ist.“ Für Steuerberater und Wirtschaftsprüfer im DACH-Raum ist das Modell ein Fingerzeig: Konsolidierung muss nicht Autonomieverlust bedeuten – wenn das Plattformdesign stimmt.

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