Bewerbungen werden schnell gesichtet, weil Zeit knapp ist. Genau deshalb entscheidet nicht der schönste Text, sondern die klarste Aussage. Eine große Auswertung zeigt, wie ähnlich viele Lebensläufe aufgebaut sind und warum Standardfloskeln selten überzeugen. Wer Wirkung belegt und sauber strukturiert, hebt sich sofort ab.
In einer Auswertung von 700.000 Lebensläufen aus Deutschland zeigt sich ein Muster: Bewerbende benötigen im Schnitt knapp 28 Minuten, der Lebenslauf umfasst rund 371 Wörter, und die angegebene Berufserfahrung liegt bei etwa neun Jahren. Dazu kommen durchschnittlich nur sieben Fähigkeiten - häufig dieselben Begriffe wie Teamfähigkeit, Zuverlässigkeit, Flexibilität, Belastbarkeit und Lernbereitschaft. Das Problem ist nicht, dass diese Eigenschaften falsch wären. Das Problem ist, dass sie ohne Beleg austauschbar wirken. Wenn überall dasselbe steht, entscheidet, wer konkret zeigt, wie diese Stärke im Job sichtbar wurde.
Statt „Teamfähigkeit“ wirkt „Projektteam über drei Standorte koordiniert und Liefertermine stabilisiert“. Wer Zahlen hat, nutzt sie: Kosten gesenkt, Durchlaufzeit verkürzt, Fehlerquote reduziert, Ergebnis verbessert. Wer keine Zahlen hat, beschreibt Wirkung: Prozesse vereinfacht, Abstimmungen beschleunigt, Qualität gesichert. Und: Passung schlägt Menge. Drei bis fünf sauber belegte Fähigkeiten sind stärker als zehn unkonkrete. Ein Lebenslauf ist kein Wunschzettel, sondern ein Nachweis.
Personalverantwortliche lesen nach Mustern: aktuelle Station, Verantwortungsbereich, Ergebnisse. Wer diese Erwartung bedient, wird schneller verstanden. Dazu gehören klare Zwischenüberschriften, verständliche Tätigkeitsbeschreibungen ohne interne Abkürzungen und ein Fokus auf die relevanten Jahre. Wichtig ist auch Lesbarkeit für automatisierte Systeme. Die Grundregel bleibt simpel: Die wichtigsten Belege gehören nach oben, nicht in den Anhang.




