Der Financial Stability Board identifiziert vier strukturelle Risikofaktoren im Private-Credit-Markt und fordert Regulierungsbehörden auf, Datenlücken zu schließen und Verflechtungen mit dem Bankensystem stärker zu überwachen.
Der Financial Stability Board (FSB) warnt vor wachsenden Risiken für die Finanzstabilität durch Private Credit. Besonders besorgniserregend ist die enge Verflechtung mit dem Bankensystem: Direkte Engagements in Form von Bankkreditlinien für Private-Credit-Fonds werden auf rund 220 Mrd. US-Dollar geschätzt, kommerzielle Schätzungen liegen sogar bei 270 bis 500 Mrd. US-Dollar.
Hinzu kommt mangelnde Transparenz bei Bewertungen und die Abhängigkeit von privaten Kreditratings, die Belastungen in Krisenzeiten verstärken können. Kreditnehmern im Private-Credit-Bereich fehlen typischerweise öffentliche Ratings und sie weisen geringere Kreditqualität sowie höhere Verschuldung auf als vergleichbare Emittenten im öffentlichen Markt.
Verschärft wird das Bild durch eine starke Sektorkonzentration auf Technologie, Gesundheitswesen und Dienstleistungen, die bei einem sektorspezifischen Schock zu einer breiten Marktbelastung führen kann.
Der FSB weist auf konkrete Stresssignale hin: Die Nutzung von Payment-in-Kind-Vereinbarungen hat zugenommen, und Ausfallraten steigen von niedrigem Niveau. Die wachsende Beliebtheit von Private-Credit-Fonds mit Rückgabeoptionen für Anleger könnte die Prozyklizität des Segments verstärken. Der FSB empfiehlt, Datenlücken zu schließen, harmonisierte globale Definitionen zu entwickeln und insbesondere Liquiditätsungleichgewichte sowie Verflechtungen mit Private-Equity-Gesellschaften und Versicherern stärker zu analysieren. Die zunehmende Nutzung privater Ratings, teils von weniger bekannten Anbietern, durch ratingabhängige Investoren wie Versicherer bedürfe laut FSB besonderer Beobachtung.




