Edouard Boscher, Head of Private Equity bei Carmignac, sieht den globalen PE-Sekundärmarkt nach einem Rekordvolumen von 226 Mrd. US-Dollar 2025 strukturell weiter unterkapitalisiert und Europa als besonders chancenreichen Investmentstandort.
Der globale Sekundärmarkt für Private Equity erreichte 2025 ein Rekordtransaktionsvolumen von 226 Mrd. US-Dollar, ein Anstieg von 41 Prozent gegenüber dem bereits rekordverdächtigen Vorjahr. GP-geführte Transaktionen, bei denen Sponsoren bestehenden Investoren Liquidität bieten und gleichzeitig ihr Engagement in Vermögenswerten beibehalten, erreichten 106 Mrd. US-Dollar, ein Plus von 49 Prozent. Trotz des erheblichen Volumens bleibt der Dealflow laut Boscher sehr gesund, da der Sektor strukturell weiterhin unterkapitalisiert ist. Auch die Preisdaten zeigen keine Überhitzung: In vielen Segmenten entsprechen die Niveaus historischen Durchschnittswerten, insbesondere bei LP-geführten Transaktionen.
Während die überwältigende Konzentration auf Technologie sich für die USA sowohl als Stärke als auch als Schwachstelle erwiesen hat, bietet Europa mit seinem Fokus auf Fertigung, Gesundheitswesen, Infrastruktur und saubere Energie laut Carmignac eine überzeugende Diversifikationsalternative. Der europäische Markt zeichnet sich durch niedrigere Einstiegsbewertungen, strukturelle Widerstandsfähigkeit und robuste Corporate-Governance-Rahmenbedingungen aus. Da die öffentlichen Finanzen selbst in widerstandsfähigen europäischen Ländern angespannt sind, wird privates Kapital eine zentrale Rolle bei der Finanzierung von Reindustrialisierung und Dekarbonisierung spielen. Aus Käuferperspektive übersteigt das Angebot weiterhin die Nachfrage, was zu erheblichen Preisnachlässen führt und attraktive Einstiegsrenditen ermöglicht.




