Neun Partner und rund 30 Berufsträger verlassen die britische Kanzlei und gründen eine eigene Sozietät. Der Fokus liegt auf Transport, Energie und Versicherung.
In der Anwaltsbranche wechseln ständig Köpfe zwischen Kanzleien. Dass aber ein ganzer Standort geschlossen das Weite sucht, kommt selten vor. Genau das ist bei Clyde & Co passiert. Die Hamburger Mannschaft hat sich nahezu vollständig verabschiedet und berät seit Anfang Mai unter dem Dach von NoordenJones.
Was bringt ein eingespieltes Team dazu, eine etablierte Adresse zu verlassen? Unterschiedliche Zukunftsvisionen. Die Vorstellungen in Hamburg und der Londoner Zentrale seien zuletzt immer weiter auseinandergedriftet, erklärt Clemens Hillmer, einer der Köpfe der neuen Sozietät. Das habe Spannungen erzeugt. Am Ende überwog der Wunsch, Mandanten eigenständiger und mit schärferem Branchenfokus zu betreuen.
Der Name der Neugründung verbindet zwei Welten. Hillmer erläutert die Idee dahinter: „Jones ist der Name eines unserer Gründungspartner und steht für unsere internationale Ausrichtung und unsere Beratung im englischen Recht, Noorden, abgeleitet aus dem nordischen Sprachraum, für unsere Verwurzelung im Norden. Kurz gesagt: Rooted in Hamburg. Connected globally." Das Beratungsangebot spannt einen weiten Bogen: Finanzierungen, Firmenkäufe, Handelsverträge, Bauprojekte, Schiedsverfahren, Prozesse, Regulierung, Sanierungen und Rohstoffgeschäfte. Die Zielkundschaft kommt aus den Welten Transport, Versicherung, Energie und Infrastruktur sowie aus dem Bereich vermögender Privatpersonen.
An der Spitze stehen neun Partnerinnen und Partner. Clemens Hillmer, Eckehard Volz, Volker Lücke, Tim Schommer, Daniel Jones und Stefan Ullrich gehörten schon bei Clyde zum Teilhaberkreis. Rory Duncan, Jakob Haas und Anna-Sophie Waldmann rücken mit dem Wechsel von der Counsel-Stufe auf. Insgesamt umfasst das Startteam knapp 30 Berufsträger. Neben der Kernmannschaft aus dem ehemaligen Clyde-Büro konnten zwei Nachwuchskräfte gewonnen werden, die zuvor als wissenschaftliche Mitarbeiter bei den Briten gearbeitet hatten. Weitere Verstärkung sei bereits in Planung, heißt es.




