Eine Studie der Uni Graz zeigt, dass die Risikologik des AI Act erstaunlich wenig mit dem zu tun hat, was die Bevölkerung tatsächlich fürchtet.
Seit dem 2. August 2026 verlangt der AI Act volle Transparenz beim KI-Einsatz und knüpft Auflagen an die Gefahreneinstufung einer Anwendung. Ob diese Einstufung überzeugt, hat ein Team des Forschungsbereichs Smart Regulation an der Uni Graz gemeinsam mit der TU Graz geprüft. Die in der Computer Law & Security Review publizierte Erhebung zeigt spürbare Brüche zwischen Gesetzeslogik und Bevölkerungsempfinden.
Datenwissenschaftler Stefan Thalmann nennt die Müdigkeitserkennung im Lkw als Paradebeispiel. Rechtlich gilt sie wegen biometrischer Daten als heikel und streng auflagenpflichtig. In der Praxis zählt für Befragte und Fahrer aber der Sicherheitsgewinn, weshalb die Vorgaben eher als Bremse empfunden werden.
Genau umgekehrt reagieren viele Nutzer auf Chatbots. Trotz niedriger Risikoklasse fürchten sie Manipulation und Datenmissbrauch. Thalmann fordert daher verständliche Kennzeichnungen und mehr digitale Kompetenz, denn technisches Verständnis erlaubt eine realistischere Einordnung. Für Regulierer und Berater im DACH-Raum lautet die Botschaft, dass Akzeptanz über Klarheit entsteht, nicht über zusätzliche Regeln.




