43 Prozent der KI-Kenner rechnen mit dem eigenen Aus

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September 2, 2026
03.09.2026
2 Minuten Lesezeit

Wer die Technologie am besten beherrscht, blickt am pessimistischsten auf die eigene berufliche Zukunft, wie eine Erhebung der TU Darmstadt offenlegt.

Ein Warnsignal für die beratenden Berufe

Für Juristen, Prüfer und Berater im deutschsprachigen Raum hält der neue KI-Monitor der TU Darmstadt eine unbequeme Botschaft bereit. Ausschlaggebend dafür, wie stark ein Beruf unter Druck gerät, ist demnach nicht die Branche, sondern eine einzige Eigenschaft der Arbeit selbst, nämlich ihre Digitalisierbarkeit. Überall dort, wo am Ende ein Schriftstück, eine Auswertung, ein Foliensatz oder eine Zeile Code steht, greift generative KI am unmittelbarsten. Damit stehen ausgerechnet die kopflastigen Professionen weiter vorn in der Reihe als das Handwerk oder die Pflege, ein Punkt, den Studienleiter Peter Buxmann ausdrücklich hervorhebt.

Je mehr Durchblick, desto größer die Furcht

Der eigentlich überraschende Fund der Studie widerspricht einer lange gepflegten Vermutung. Bisher hielt man die Angst vor der KI vor allem für ein Produkt von Unkenntnis. Tatsächlich verhält es sich umgekehrt. Wer die Technologie wirklich versteht, erkennt ihre Wucht am klarsten und sorgt sich entsprechend am meisten. Unter den ausgewiesenen Kennern rechnen 43 Prozent damit, bald von der Maschine überholt zu werden. Buxmann nennt dieses Muster bemerkenswert und beunruhigend zugleich, weil es die gängige Beruhigungsformel aushebelt, wonach mehr Aufklärung die Sorgen kleiner mache.

Was Deutschland versäumt

Bei der Antwort auf diese Entwicklung offenbart sich hierzulande eine empfindliche Schwachstelle. Erst jeder Siebte hat sich überhaupt zu KI weiterbilden lassen, und wer die Werkzeuge nutzt, ist überdurchschnittlich oft jung, männlich und formal hoch qualifiziert. Zwar bringt die Technologie nach Buxmanns Einschätzung durchaus neue Aufgabenfelder hervor, doch reichen diese vermutlich nicht aus, um die wegfallenden Stellen aufzuwiegen. Seine Forderung richtet sich deshalb gegen jedes beschwichtigende Achselzucken. Gefragt seien Unternehmen und Politik, die mit ernsthafter Qualifizierung und ehrlichen Auskünften auf die Ängste reagieren. Die Zahlen stammen aus einer gemeinsam mit YouGov durchgeführten repräsentativen Befragung von mehr als 2.000 Personen.

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