Horváth-Studie: Firmen pumpen Geld in KI, oft ohne klaren Nutzen

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May 6, 2026
08.05.2026
3 Minuten Lesezeit

Zwei Drittel der Unternehmen stocken ihr Digitalbudget auf, knapp ein Drittel fließt in künstliche Intelligenz. Doch viele Projekte entstehen durch Verkaufsdruck der Anbieter, nicht durch echten Bedarf.

Geld fließt, Zweifel bleiben

Nach Monaten der Zurückhaltung öffnen Unternehmen wieder die Kassen. Laut einer Erhebung der Managementberatung Horváth wollen 67 Prozent der Befragten ihr Digitalbudget im laufenden Jahr aufstocken. Knapp ein Drittel davon wandert in KI-Technologien. Doch die Euphorie hat Risse. Fast 70 Prozent der Führungskräfte gestehen ein, dass ihre Zahlungsbereitschaft für KI-Lösungen derzeit höher ist als für andere Technologien. Gleichzeitig bemängeln fast ebenso viele, dass die angebotenen Produkte nicht halten, was sie versprechen.

Verkäufer drücken, Entscheider zücken

Was erklärt die Ausgabenfreude? Nicht nur geschäftliche Notwendigkeit. Die Befragten, darunter mehr als 30 Manager aus Österreich, nennen aggressiven Vertrieb der Technologieanbieter als wesentlichen Treiber. Björn Pichler, Digitalisierungsexperte bei Horváth in Wien, sieht die Unternehmen an einem Scheideweg: „Die Investitionsbereitschaft ist nach einem Jahr der Verunsicherung und des Zögerns deutlich gestiegen – und KI ist längst kein Add-on mehr, sondern integraler Bestandteil der Digitalbudgets. Entscheidend ist jetzt, den Wertbeitrag systematisch zu steuern, anstatt nur Projekte ohne Einbettung in die End-to-End-Prozesse zu addieren – hier ist die Champions League angesiedelt."

Jenseits des Atlantiks entscheidet der Chef

Ein Blick über den Ozean offenbart unterschiedliche Herangehensweisen. In den USA trägt bei mehr als der Hälfte der Unternehmen der Vorstandsvorsitzende die Verantwortung für Digitalisierung. In Österreich und Deutschland liegt sie zu 70 Prozent beim IT-Leiter. Das Ergebnis: Im deutschsprachigen Raum bleibt Digitalisierung oft ein technisches Thema. Anderswo ist sie enger mit strategischen Zielen verzahnt.

Theorie bekannt, Praxis mangelhaft

Die Befragten wissen eigentlich, worauf es ankommt: digitale Effekte ins Unternehmenscontrolling einbinden, persönliche Zielvereinbarungen daran knüpfen, Zuständigkeiten klar regeln. Doch zwischen Erkenntnis und Umsetzung klafft ein Graben. Als größte Stolpersteine nennen sie Abteilungsdenken, fehlendes durchgängiges Prozessmanagement, vage Zielwerte, handwerkliche Schwächen bei der Implementierung und mangelnde Rückendeckung von oben. Pichler fasst zusammen: „Die österreichischen Unternehmen wissen, was wirkt. In der Umsetzung mangelt es dann jedoch oft an Disziplin und Konsequenz. Ganzheitliche, konkrete Strategien und funktionierende Bewertungssysteme mit regelmäßigen Abgleichen sowie klare Verantwortlichkeiten im End-to-End-Spiel bringen die Firmen zum Ziel."

Deutschsprachige kontrollieren genauer

Immerhin: Bei der Erfolgsmessung stechen Unternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz hervor. 73 Prozent überprüfen regelmäßig, ob ihre Digitalinvestitionen etwas bringen. Global tut das nicht einmal jeder Zweite. Ein Viertel misst nur sporadisch, jeder Zehnte verzichtet ganz darauf.

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