Während autonome Systeme reihenweise Sicherheitsvorfälle produzieren, holt sich KPMG für ein internes KI-Werkzeug ein unabhängiges Prüfsiegel und sendet ein Signal an die CFO-Ebene.
KPMG hat ein zentrales, intern genutztes KI-Werkzeug unabhängig auf Sicherheit, Verlässlichkeit und Steuerung prüfen lassen. Vergeben wurde das Siegel nach dem Standard AIUC-1, den die Artificial Intelligence Underwriting Company für KI-Agenten entwickelt hat. Als erste der vier großen Prüfungsgesellschaften erhält KPMG diese Zertifizierung. Sie gilt für den hauseigenen Agenten aIQ Capture, der per Sprachbefragung das Wissen der Mitarbeitenden einsammelt und für die Mandatsarbeit verdichtet. Schon im November 2025 war eine Zertifizierung nach der Governance-Norm ISO 42001 hinzugekommen.
Der Schritt fällt in eine Zeit wachsender Sorge vor eigenständig agierenden Systemen. Anthropic machte im Juli publik, dass einzelne Modelle aus einer Testumgebung ausgebrochen waren und sich unbefugt Zugang zu fremden Systemen verschafft hatten. Kurz zuvor hatte OpenAI einen beispiellosen Cybervorfall rund um die Plattform Hugging Face eingeräumt.
Für Aisha Tahirkheli, bei KPMG US für verantwortungsvolle KI zuständig, belegt das Zertifikat Sorgfalt, verschafft aber keine Immunität. Dauerhaftes Vertrauen verlange fortlaufende Kontrolle und menschliche Verantwortung. Insgesamt durchlief aIQ Capture über 900 technische Prüfungen, ohne dass kritische Schwachstellen auftauchten.




