KI wandert derzeit massenhaft vom Pilotversuch in den Regelbetrieb. Doch eine KPMG-Erhebung zeigt, dass sich die Investition nur dort auszahlt, wo eine benannte Person für die Resultate den Kopf hinhält.
Eine Zahl trägt die gesamte Erhebung: Firmen, die eindeutig festlegen, wer für die Ergebnisse ihrer KI verantwortlich ist, verbuchen dreimal so oft einen belegbaren Ertrag wie Häuser ohne solche Zuordnung. Damit dreht sich die Leitfrage. Nicht mehr das Bekenntnis der Chefetage zur Technik zählt, sondern die Antwort darauf, wer am Ende für Wirkung, Betriebskosten und Nutzen einsteht. Befragt hat KPMG dafür mehr als 2.100 Führungskräfte aus 20 Ländern.
Wie schnell die Technik erwachsen wird, zeigen die Nutzungswerte. Sieben von zehn technischen Entscheidern halten sich für gut aufgestellt, um Mensch und Maschine dauerhaft zu verzahnen, zu Jahresbeginn waren es erst sechs. Noch deutlicher fällt der Anstieg im täglichen Einsatz aus: Fast ein Viertel der Unternehmen hat KI inzwischen fest in seine Abläufe eingebaut, nachdem es zu Jahresbeginn nur gut jedes achte war. Die spannende Frage lautet damit nicht länger, ob die Technik taugt, sondern wie sie sich sauber in gewachsene IT-Landschaften einpassen und im großen Maßstab betreiben lässt.
Beim Umgang mit den Ausgaben rät die Studie zu Durchblick statt zu Verboten. Steve Chase, bei KPMG weltweit für KI und digitale Innovation zuständig, warnt in der Analyse vor pauschalen Ausgabegrenzen und empfiehlt stattdessen eine ehrliche Sicht auf den kompletten Lebenszyklus, von der Entwicklung über das Anlernen der Modelle bis zum Dauerbetrieb. Gefragt seien Kennzahlen, die offenlegen, wohin die Mittel wandern und was sie einbringen. Genau daran hapert es der Erhebung zufolge vielerorts noch. Besonders in den USA wächst der Druck, weil die Verantwortlichen ihre KI-Etats dieses Jahr nahezu verdoppeln wollen und den Gegenwert entsprechend zügig nachweisen müssen.




