Metas KI-Campus sprengt die Viertelbillion

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July 14, 2026
15.07.2026
2 Minuten Lesezeit

Ausgerechnet in einer strukturschwachen Ecke des US-Südens entsteht Metas gewaltigste Rechenanlage. Die veranschlagten Summen haben sich binnen kurzer Zeit vervielfacht, und mit ihnen die Hoffnungen wie die Sorgen vor Ort.

Eine Region zwischen Aufbruch und Überforderung

Richland Parish gehört nicht zu den Orten, an denen man Rekordinvestitionen der Technologiebranche vermutet. Rund 20.000 Menschen leben in dem Bezirk, gut jeder Vierte kämpft mit Armut. Genau hierhin lenkt Meta nun einen Geldstrom, der die örtlichen Verhältnisse sprengt. Dem Konzern zufolge sollen nach Fertigstellung über tausend feste Stellen entstehen, und schon während der Bauphase gingen Aufträge im Milliardenbereich an heimische Firmen. Doch der Boom drückt auch: Wohnungen werden rar und teuer, die Straßen ächzen unter dem Verkehr der zugezogenen Baukolonnen. Ob die wenigen Dauerarbeitsplätze den immensen Strombedarf aufwiegen, bleibt die strittige Frage, die über dem Projekt schwebt.

Aus zehn Milliarden werden Hunderte

Bemerkenswert ist, wie rasant die Preisschilder gewachsen sind. Ursprünglich rechnete Meta mit rund zehn Milliarden Dollar, offiziell ist inzwischen von über fünfzig die Rede. Insider zeichnen gegenüber Bloomberg jedoch ein noch weit größeres Bild und sprechen von einer Gesamtsumme oberhalb von 250 Milliarden. Der Großteil des Aufschlags soll in hochspezialisierte Rechenchips fließen. Was am Ende entsteht, ist eine Anlage von beinahe 16 Quadratkilometern mit fünf Gigawatt Leistung. Allein deren Versorgung erfordert einen eigenen Kraftwerkspark: Ein Energieunternehmen der Region errichtet dafür zehn gasbetriebene Anlagen, denn über die Rechenleistung hinaus verschlingt der Betrieb noch mehr als zwei weitere Gigawatt.

Ein Nebenprodukt mit Geschäftspotenzial

Interessanter als die schiere Größe ist womöglich, was Meta mit der Anlage vorhat. Der Standort ist einer von 33 weltweit, zuletzt kam ein weiterer im kanadischen Alberta hinzu. Nach Informationen von Bloomberg denkt der Konzern darüber nach, ins Vermietgeschäft mit Rechenleistung einzusteigen und freie Kapazitäten an fremde Firmen abzugeben. Sollte das gelingen, würde die Infrastruktur, die zunächst allein den eigenen KI-Ambitionen dient, zur Basis eines völlig neuen Ertragszweigs.

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