PwC Deutschland, Bridgemaker und Segenia Capital starten ein Venture Studio für Resilience und Defence Technology und planen einen 30 Millionen Euro Venture Fund. Im Fokus stehen Dual Use Technologien sowie der Schutz kritischer Infrastrukturen, von TRL 1 bis in die industrielle und behördliche Anwendung.
Die Partner adressieren eine Innovationslücke in der europäischen Sicherheitsarchitektur und wollen Beratung, Venture Building und institutionelles Fondsmanagement in einem Ökosystem bündeln. Der Ansatz zielt darauf ab, Deep Tech Innovationen schneller von der Forschung zur operativen Nutzbarkeit zu führen und dabei die Anforderungen des öffentlichen Sektors mitzudenken. Prof. Dr. Rainer Bernnat (Partner und Leiter Öffentlicher Sektor, Strategy&; PwC Deutschland) beschreibt die Stoßrichtung so: „Sicherheit ist kein Randthema mehr, sondern die Basis für ökonomische Stabilität.“
Die TRL-Logik ist dabei ausdrücklich Teil des Designs: Von TRL 1 bis TRL 6 plus soll der Transfer in industrielle und behördliche Anwendungen gelingen, ohne regulatorische und Beschaffungsrealität auszublenden. Für Investoren und Berater ist das relevant, weil Dual Use Themen häufig an Schnittstellen von Compliance, Exportkontrolle, Vergaberecht und Government Relations scheitern, wenn Governance und Stakeholder Management zu spät aufgesetzt werden.
Segenia Capital wird als Fondsmanager einen zu errichtenden 30 Millionen Euro Fonds verwalten, der nach einem Dual Track Ansatz operiert. Dieser verbindet die Finanzierung neu entstehender Unternehmen mit gezielten Direktinvestitionen in externe Start-ups, die komplementäre sicherheitsrelevante Technologien entwickeln. Segenia verantwortet Kapitalallokation, professionelle Fonds und Portfoliomanagement sowie die Koordination mit den Limited Partners.
Michael Janßen (General Partner, Segenia Capital) betont die Balance aus finanzieller und strategischer Logik: „Der Venture Fund Resilience & Defence Technology zielt darauf ab, finanzielle und strategische Rendite in Einklang zu bringen.“ Für LPs ist zudem die Möglichkeit zentral, sich neben Kapital auch strategisch einzubringen, sofern sie aufsichtsrechtlich geeignet sind. Damit wird das Vehikel als Corporate Venturing Struktur positioniert und nicht als reiner Financial Sponsor Fonds.
PwC Deutschland und Bridgemaker teilen sich die operativen Rollen entlang der Wertschöpfung: PwC bringt strategische Beratung, regulatorisches Know how und Marktzugang ein, Bridgemaker die Venture Building Execution. Florian Nöll (Global Venturing und EMEA Startups sowie Scaleups Leader, PwC Deutschland) verknüpft das mit dem geopolitischen Umfeld: „In einem Marktumfeld, das von geopolitischer Volatilität geprägt ist, erhöht sich die Relevanz industrieller Resilienz.“ Der Anspruch ist, Geschäftsmodelle früh so zu strukturieren, dass sie skalierbar und investierbar sind und gleichzeitig Beschaffungsrealitäten abbilden.
Henrike Luszick (CEO und Gründerin, Bridgemaker) setzt den Akzent auf Geschwindigkeit und Endnutzerzugang: „Europas Innovationspotenzial im Defence-Bereich ist gewaltig, scheitert aber oft an der ‚Time-to-Market‘ und dem Zugang zu Endnutzern.“ Für DACH CFOs und Rechtsberater entsteht daraus ein neues Spielfeld, in dem Governance, IP, Public Sector Vertragsmodelle und Compliance bereits in der Inkubationsphase mitgebaut werden müssen, um späteres Scaling zu ermöglichen.




