Rheinmetall und die niederländische Destinus bündeln ihre Kräfte für die Serienproduktion von Marschflugkörpern und ballistischer Raketenartillerie. Das geplante Joint Venture soll Europas industrielle Kapazitäten in einem strategisch kritischen Segment skalieren.
Rheinmetall und Destinus haben am 13. April die Gründung eines gemeinsamen Unternehmens angekündigt, an dem Rheinmetall 51 Prozent der Anteile hält. Der Start ist für die zweite Jahreshälfte 2026 geplant, vorbehaltlich behördlicher Genehmigungen. Das Joint Venture soll bestehende Raketensysteme weiterentwickeln und auf vereinbarten Märkten anbieten, mit dem Ziel, die Produktionskapazitäten für Marschflugkörper und ballistische Raketenartillerie signifikant auszubauen. Destinus behält seinen Hauptsitz in den Niederlanden und entwickelt Kernsysteme weiterhin in europäischen Werken, während Rheinmetalls deutsche Industrieanlagen Qualifizierungs- und Serienproduktionskapazitäten beisteuern.
Rheinmetall-CEO Armin Papperger ordnet die Transaktion klar ein: „Wir verbinden die Produktionskapazitäten und die Erfahrung von Rheinmetall im Management von Großprogrammen mit der spezifischen Technologie und dem Systemdesign von Destinus. Damit legen wir den Grundstein für skalierbare, einsatzfähige Raketen, die auf die aktuellen Anforderungen der europäischen und verbündeten Streitkräfte zugeschnitten sind.“ Destinus-CEO Mikhail Kokorich ergänzt: „Moderne Konflikte sind durch Volumen und Kosten pro Wirkung definiert. Die eigentliche Einschränkung in Europa ist heute nicht die Nachfrage, sondern die industrielle Kapazität.“
Das Joint Venture ergänzt Rheinmetalls laufende Investitionen im Bereich Raketenantriebe. In Unterlüß soll noch in diesem Jahr die Produktion von Raketenmotoren für Reichweiten von 50 bis 2.000 km anlaufen. Parallel bietet Rheinmetall in Kooperation mit Lockheed Martin das Raketenartilleriesystem GMARS an, das vom bewährten HiMARS abgeleitet ist. Destinus verfügt bereits über ein Serienproduktionsprogramm mit über 2.000 Marschflugkörpern pro Jahr, darunter Systeme, die sich in der Ukraine im Einsatz bewährt haben.




