Der Konzern reagiert auf den hohen Energieverbrauch der integrierten Algorithmen. Die Kernfunktionen der Anwendungen bleiben erhalten.
Microsoft macht einen Rückzieher. Die künstliche Intelligenz, die der Konzern in Notepad und das Snipping Tool eingebaut hatte, fliegt wieder raus. Der Grund liegt im Ressourcenhunger der Algorithmen. Bei Millionen von Anfragen täglich summiert sich der Strombedarf auf das Niveau einer Kleinstadt, rechnet das Unternehmen vor. Das war offenbar nicht mehr zu rechtfertigen.
Der Fall reiht sich in eine größere Diskussion ein. Rechenzentren, die Sprachmodelle und andere KI-Systeme betreiben, verbrauchen gewaltige Mengen Elektrizität. Die Branche steht unter Druck, den ökologischen Fußabdruck zu verkleinern. Microsoft zieht nun bei zwei alltäglichen Programmen die Konsequenz und setzt auf schlanke Software statt auf immer neue Funktionen. Die Kernaufgaben von Notepad und Snipping Tool sollen davon unberührt bleiben.
Beobachter fragen sich, ob der Schritt Nachahmer findet. Wer KI in jede Anwendung packt, muss irgendwann die Rechnung bezahlen, sei es in Form von Stromkosten oder Kritik an der Umweltbilanz. Microsoft zeigt, dass auch Rückbau eine Option ist. Für Nutzer bedeutet das weniger smarte Helfer in einfachen Programmen. Dafür laufen die Anwendungen ressourcenschonender. Ob andere Konzerne dem Beispiel folgen, bleibt abzuwarten. Die Debatte über das Verhältnis von Innovation und Nachhaltigkeit dürfte jedenfalls weitergehen.




