Eine DAAD-Umfrage belegt: Ohne die Erasmus+ Top-Ups hätte die Mehrheit der Förderberechtigten auf internationale Erfahrung verzichtet. Die Daten liefern Argumente für eine breitere sozialpolitische Debatte.
Seit 2021 erhalten bestimmte Gruppen im Erasmus+-Programm monatlich 250 Euro zusätzlich zu ihrem regulären Teilstipendium: Berechtigt sind Erstakademiker:innen, Studierende mit Kindern, erwerbstätige Studierende sowie Studierende mit chronischer Erkrankung oder Behinderung. Eine Umfrage der Nationalen Agentur für Erasmus+ Hochschulzusammenarbeit im DAAD unter rund 7.000 Teilnehmenden zeigt die Wirkung: Mehr als 60 Prozent hätten sich den Auslandsaufenthalt ohne den Aufstockungsbetrag finanziell nicht leisten können. Knapp 70 Prozent konnten mit der Gesamtförderung den Großteil ihrer Auslandskosten decken. Die Mittel in Höhe von 57 Millionen Euro für den Zeitraum 2022 bis 2027 werden aus dem Europäischen Sozialfonds+ (ESF+) bereitgestellt.
DAAD-Präsident Joybrato Mukherjee betonte, akademische Mobilität dürfe nicht vom Elternhaus oder der Lebenssituation abhängen. NA DAAD-Direktor Dr. Stephan Geifes ergänzte, die Top-Ups wirkten als Hebel, der finanzielle Risiken mindert und echte Mobilitätsoptionen eröffnet. Internationale Erfahrungen stärken interkulturelle Kompetenzen, Sprachkenntnisse und berufliche Flexibilität. Aus Arbeitgeberperspektive besonders relevant: Diese Qualifikationen gewinnen für die Führung diverser, grenzüberschreitend aufgestellter Teams in Kanzleien, Beratungs- und Prüfungsgesellschaften zunehmend an Bedeutung.




