Elf Vorstandschefs großer europäischer Banken wenden sich in einem offenen Brief an Brüssel und die EZB und verlangen eine zügige Neuordnung der Kapitalvorgaben.
Adressiert an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und EZB-Chefin Christine Lagarde, verlangen die Bankchefs von unter anderem Deutsche Bank, Santander, BNP Paribas, Barclays und UBS, dass zusätzliche Kapitalerhöhungen ab sofort ausgesetzt werden. "Angesichts der historischen Höhe und weiter steigenden Verlustabsorptionsfähigkeit der Banken in der EU von 2,5 Billionen Euro sollte die Welle ständig steigender Kapitalanforderungen gestoppt werden", zitiert Bloomberg aus dem Brief. Aus Sorge, gegenüber den USA und China zurückzufallen, fordern sie zudem ein Mandat für europäische Aufseher, gezielt auf die Wettbewerbsfähigkeit der Institute zu achten. Ein Auftrag, den Großbritannien seinen Behörden schon 2023 gegeben hatte.
Kern der Reformpläne ist es, Kapital zu mobilisieren, das momentan in den einzelnen EU-Mitgliedstaaten feststeckt, dazu zählt die längst überfällige europäische Einlagensicherung sowie einfachere Kapitalvorgaben. Weil die EU das gesamte Vorhaben erst 2027 in einem Rutsch verabschieden will, fordern die Bankchefs, den Integrationsteil vorzuziehen, um kurzfristig Finanzierungsspielraum zu schaffen. Die Initiative kommt bewusst vor von der Leyens Rede zur Lage der Union.




