Volkswagen-Chef Oliver Blume hat den Aufsichtsrat mit einem radikalen Sparplan konfrontiert. Bis 2030 sollen die Investitionen um 15 Prozent gekürzt werden, vier deutsche Werke stehen mittelfristig zur Disposition.
Bei einer Sondersitzung Ende April legte der Vorstand um Oliver Blume den Aufsichtsräten auf knapp 180 Seiten dar, was nötig wäre, damit Europas größter Fahrzeughersteller wieder in die Spur kommt. Kosten, Modelle und Werke stehen gleichermaßen auf dem Prüfstand. Blume plant, die Investitionen bis 2030 um 15 Prozent zu kürzen, was einem Volumen von rund 30 Milliarden Euro entspricht. Mittelfristig stellt er dabei vier Werke in Deutschland infrage. Beobachter sprechen vom härtesten Sanierungsprogramm in der Geschichte des Wolfsburger Konzerns.
Der Sparplan ist keine kurzfristige Reaktion auf ein schwaches Quartal, sondern Ausdruck einer tiefergehenden strukturellen Krise. VW kämpft gleichzeitig mit rückläufiger Nachfrage, dem intensiven Wettbewerb in China, steigenden Kosten durch den Übergang zur Elektromobilität und dem Druck durch US-Zölle. Der Konzern steht damit exemplarisch für die Lage der deutschen Automobilindustrie insgesamt, die mit dem Verlust ihrer früheren Wettbewerbsvorteile ringt.




