Thyssenkrupp korrigiert seine Umsatzerwartungen für das laufende Geschäftsjahr nach unten. Statt eines leichten Wachstums rechnet der Konzern bestenfalls mit Stagnation. Der Umbau der Stahlsparte bleibt der dominierende Belastungsfaktor.
Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2025/26 sank der Umsatz um zwei Prozent auf rund 8,4 Milliarden Euro und fiel damit besser aus als von Analysten erwartet, die im Schnitt mit 8,2 Milliarden Euro gerechnet hatten. Der bereinigte operative Gewinn legte dank des laufenden Sparprogramms deutlich auf 198 Millionen Euro zu, nach einem Verlust von 179 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Trotzdem passte Thyssenkrupp seine Jahresumsatzprognose an: Statt eines Rückgangs von bis zu zwei Prozent oder eines Wachstums von bis zu einem Prozent stellt der Konzern nun nur noch Stagnation bis minus drei Prozent in Aussicht. Finanzchef Axel Hamann begründete die Anpassung mit verschärften geopolitischen Unsicherheiten und deren Auswirkungen auf die internationalen Märkte. Gewinn- und Cashflow-Ziele wurden hingegen bestätigt.
Für das Gesamtjahr rechnet Thyssenkrupp weiterhin mit einem Verlust zwischen 400 und 800 Millionen Euro, maßgeblich getrieben durch die Restrukturierungskosten der Stahlsparte. Konzernchef Miguel Lopez hat dem früheren Kern des Ruhrkonzerns einen tiefgreifenden Wandel verordnet: Bis zu 11.000 der rund 26.000 Stellen sollen in den kommenden Jahren gestrichen oder ausgelagert werden. Gespräche über einen Verkauf der Sparte an die indische Jindal Steel International hat Lopez vorerst zu den Akten gelegt; der Konzern sieht nun „deutlich verbesserte Ertragsaussichten" für das Geschäft. Die Verselbstständigung von Thyssenkrupp Steel Europe bleibe das erklärte Ziel. Als konkreten Schritt plant der Konzern den Verkauf seiner Anteile an den Hüttenwerken Krupp Mannesmann an den Partner Salzgitter.




