61 Prozent aller europäischen PE-Deals sind inzwischen Add-ons

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April 28, 2026
28.04.2026
2 Minuten Lesezeit

Weil Exits ausbleiben, kaufen Sponsoren lieber zu: Die Zahl der Zukäufe in Europa übertrifft 2026 alle historischen Rekorde und macht Ergänzungsakquisitionen zur dominanten Dealform im europäischen Private Equity.

Zukäufe verdrängen klassische Erstinvestitionen

Ergänzungsakquisitionen machen aktuell 61 Prozent aller sponsorgetriebenen Transaktionen in Europa aus, nach 55 Prozent in 2025 und 43 Prozent noch 2021. Mit 916 bereits angekündigten Zukäufen übertreffen diese mittlerweile neue Plattforminvestitionen und Verkäufe zusammen. Das Verhältnis von Zukäufen zu neuen Plattforminvestitionen ist laut Mergermarket von 0,7x in den frühen 2010er-Jahren auf 2,4x in 2026 gestiegen. Der Haupttreiber ist die anhaltende Verkaufsflaute: Börsengänge sind selten geworden, und Weiterverkäufe an andere Finanzinvestoren stocken wegen der Preislücke zwischen Käufern und Verkäufern seit 2022.

Warum die Mathematik für Zukäufe spricht

Die Renditelogik ist klar: Wer eine Plattform zu 10x EBITDA kauft und kleinere Unternehmen zu 6x hinzufügt, senkt seinen durchschnittlichen Einstiegsmultiple und steigert den Gesamtwert ohne zusätzliche Fremdfinanzierung. Zudem lassen sich Zukäufe oft über bestehende Kreditlinien finanzieren, was sie deutlich unkomplizierter macht als komplett neu aufgesetzte Finanzierungen. I Squared Capital hat diesen Ansatz bei der Übernahme des schwedischen Sicherheitsanbieters Ramudden konsequent umgesetzt und bewusst weniger Fremdkapital eingesetzt, um direkten Spielraum für weitere Zukäufe zu behalten.

Strukturwandel auf Fonds- und Portfolioebene

Investoren reservieren in neueren Fonds einen wachsenden Anteil des Kapitals gezielt für Zukäufe. Mitinvestitionsprogramme fließen zunehmend in Konsolidierungsstrategien statt in klassische Erstinvestitionen. Revaia hob 2025 ein dediziertes 40-Mio.-Euro-Vehikel für die Konsolidierungsstrategie des Gesundheitssoftwareanbieters Hublo, Alantra Private Equitys Anschlussfonds für Health in Code reserviert ebenfalls 40 Mio. Euro als Akquisitionskapital. Das strukturelle Risiko bleibt: Konsolidierungsstrategien sind leichter zu planen als umzusetzen, und mehrere skalierte Plattformen sind in der Vergangenheit an Integrationsproblemen oder regulatorischen Hürden gescheitert.

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