KI-Robotik-Startup Sereact sichert sich 110 Mio. Euro

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April 28, 2026
28.04.2026
2 Minuten Lesezeit

Das Stuttgarter Startup Sereact schließt eine 110-Mio.-Euro-Runde ab und setzt damit seinen Kurs zum vollständig autonomen Lager fort, der BMW, Ikea und Daimler Truck bereits als Kunden gewonnen hat.

Zweite Finanzierungsrunde mit strategischem Rückenwind

Die Finanzierungsrunde wird von Headline angeführt, mit Beteiligung von Bullhound Capital und Felix Capital. Es ist die zweite Runde für Sereact; im Januar 2025 hatte das Unternehmen bereits 25 Mio. Euro eingesammelt. Bestandsinvestoren wie Creandum, Point Nine Capital und Airstreet Capital sind weiterhin beteiligt. Headline übernimmt dabei nicht nur die Rolle des Hauptgeldgebers, sondern auch die eines strategischen Partners mit Zugang zu Großkonzernen wie der Schwarz-Gruppe und dem US-Retailer Target. Zur Bewertung machte Sereact keine Angaben.

Cortex 2.0 löst die harte Datenproblematik der Robotik

Das KI-Modell Cortex 2.0 befähigt Roboter zur autonomen Planung komplexer Aufgaben: Retoursendungen auspacken, auf Schäden prüfen, sortieren. Für Onlinelebensmittelhändler Rohlik hat COO Erwin Brunner seinen Roboterbestand bereits von 24 auf 100 Einheiten ausgebaut; die Systeme erreichen 600 Artikel pro Stunde und Station. Sereact hat bislang über 500 Millionen Produktbewegungen bei Kunden erfasst und bezeichnet dies als weltweit größte Sensordatenbank für Robotikanwendungen. Das Unternehmen erzielt 10 Mio. Euro wiederkehrenden Jahresumsatz und betreibt über 200 Robotiksysteme.

Dark Warehouse als Endziel, USA als nächste Front

Das erklärte Ziel von Gründer Ralf Gulde ist ein vollständig autonomes Lager, das ohne menschliche Mitarbeit auch nachts operiert. Das neue Kapital soll primär in die Weiterentwicklung der KI fließen; die nächste Cortex-Generation soll nicht nur autonom, sondern auch mobil sein. Parallel treibt Gulde die US-Expansion voran, wo laut Creandum-Partner Johan Brenner der Großteil der bestehenden Lagerautomatisierungsinfrastruktur noch regelbasiert und damit anfällig gegenüber der Variabilität realer Lagerbestände ist. Humanoide Roboter hält Gulde hingegen trotz eigener Experimente aktuell noch für praxisfern.

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