Der KI-Entwickler verbündet sich mit PwC, Accenture und fünf weiteren Consulting-Größen, um seinen Programmierassistenten in Konzernzentralen zu schleusen.
Wer Großkonzerne knacken will, braucht die richtigen Verbündeten. OpenAI hat sich deshalb prominente Verstärkung geholt: Accenture, Capgemini, CGI, Cognizant, Infosys, PwC und Tata Consultancy Services sollen künftig dabei helfen, das Coding-Werkzeug Codex in Unternehmensstrukturen zu verankern. Die Berater übernehmen die Rolle des Türöffners, identifizieren Anwendungsfälle und begleiten die Integration in bestehende Entwicklungsumgebungen. Zusätzlich schickt OpenAI eigene Leute ins Feld. Unter dem Namen Codex Labs entsenden die Kalifornier Spezialisten direkt zu Kunden, um die Technologie mit vorhandenen Systemen zu verzahnen.
Die Zahlen sprechen für sich: Vier Millionen Menschen greifen inzwischen wöchentlich auf den Programmierhelfer zu. Vor vierzehn Tagen waren es noch drei Millionen, vor einem Monat gut zwei. Das Werkzeug nimmt Entwicklern Arbeit ab, vom Schreiben neuer Codezeilen über das Aufspüren von Sicherheitslücken bis zum Durchforsten komplexer Programmlogik. Der kanadische IT-Dienstleister CGI meldet bereits zehntausende Mitarbeiter im aktiven Einsatz. Kunden aus Behörden, Sicherheitsbehörden und Privatwirtschaft profitierten bereits von der Zusammenarbeit, heißt es.
Hinter dem Beratungsvorstoß steckt mehr als bloße Expansion. Intern gilt der Aufstieg von Konkurrent Anthropic als Weckruf. Dessen Produkte Claude Code und Cowork haben Marktanteile gefressen, während OpenAI sein Angebot zu breit gestreut habe. Nun zieht das Unternehmen die Zügel an und konzentriert sich stärker auf Entwicklerwerkzeuge und Geschäftskunden. Gleichzeitig basteln die Macher an einer Zusammenlegung ihrer Produkte. ChatGPT, Codex und der hauseigene Browser Atlas sollen künftig in einer einzigen Desktop-Anwendung verschmelzen. Langfristig will OpenAI den Programmierassistenten auch für Aufgaben jenseits der Softwareentwicklung fit machen. Der Wettlauf um Firmenkunden ist allerdings kein Zweikampf. Microsoft, Google und Amazon pumpen ebenfalls Milliarden in eigene KI-Angebote für Unternehmenskunden.




