PwC zahlt Evergrande-Aktionären 128 Millionen Dollar

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April 26, 2026
27.04.2026
2 Minuten Lesezeit

Die Hongkonger Wertpapieraufsicht meldet einen historischen Vergleich: Erstmals entschädigt ein Wirtschaftsprüfer Minderheitsaktionäre eines insolventen Unternehmens.

Präzedenzfall im Finanzplatz Hongkong

Die Aufarbeitung des Evergrande-Debakels erreicht eine neue Dimension. PwC Hong Kong wird eine Milliarde Hongkong-Dollar an geschädigte Kleinanleger des kollabierten Immobilienkonzerns überweisen. Die Wertpapieraufsicht SFC verkündete den Vergleich am Donnerstag und sprach von einem Novum: Noch nie zuvor habe in der Metropole ein Abschlussprüfer Minderheitsaktionäre für erlittene Verluste durch fehlerhafte Bilanzen entschädigt.

Umsätze um bis zu 69 Prozent aufgebläht

Hintergrund sind schwere Verfehlungen bei der Prüfung des mittlerweile in Abwicklung befindlichen Bauträgers. Ermittlungen ergaben, dass Evergrande seine Erlöse für 2019 um 45 Prozent und für das Folgejahr sogar um 69 Prozent zu hoch ausgewiesen hatte. PwC Hong Kong habe durch gravierende Pflichtverletzungen zur Fälschung der Finanzberichte beigetragen, so die Behörde. SFC-Chefin Julia Leung formulierte unmissverständlich: Die Botschaft an Prüfungsgesellschaften und Investoren sei eindeutig. Ihre Behörde werde börsennotierte Unternehmen und deren Wirtschaftsprüfer konsequent für die Korrektheit der Finanzberichterstattung zur Verantwortung ziehen.

Zusätzliche Strafe und Berufsverbot

Parallel zur Einigung mit der Wertpapieraufsicht verhängte die Berufsaufsicht AFRC weitere Sanktionen. PwC muss 300 Millionen Hongkong-Dollar Bußgeld zahlen und darf sechs Monate lang keine neuen Prüfungsmandate annehmen. Zwei ehemals verantwortliche Prüfer wurden persönlich mit zusammen zehn Millionen Hongkong-Dollar belangt. Die Strafe reiht sich in eine Serie von Sanktionen ein: Bereits 2024 hatte die chinesische Aufsicht die Festland-Einheit von PwC mit einer Rekordbuße von 441 Millionen Yuan und einer halbjährigen Suspendierung belegt.

Prüfungsgesellschaft zeigt sich erleichtert

PwC Hong Kong erklärte, man sei froh, die regulatorischen Angelegenheiten abschließen zu können. Hemione Hudson, Vorsitzende von PwC China, betonte, die Einigung beziehe sich auf Vorgänge, die mehr als fünf Jahre zurückliegen. Auswirkungen auf bestehende Mandanten gebe es keine.

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