Aktien der KI-Profiteure geraten unter Druck

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September 15, 2026
15.09.2026
2 Minuten Lesezeit

Die Sorge vor einem gebremsten Entwicklungstempo bei Künstlicher Intelligenz hat weltweit Technologiewerte unter Druck gesetzt. Besonders betroffen sind die Hersteller von Halbleitern.

Asien gibt den Takt vor, Europa folgt

Den Anfang machten am Montag die asiatischen Handelsplätze. In Seoul gerieten die Papiere von SK Hynix und Samsung deutlich ins Minus, nachdem die Forderung, bei der Entwicklung leistungsstarker KI-Modelle größere Zurückhaltung walten zu lassen laut geworden waren. Die Verunsicherung erreichte anschließend Europa und die USA. Im Dax verloren die Aktien von Siemens Energy, Infineon und Hochtief am Morgen bis zu fünf Prozent. Noch härter traf es die Ausrüster Aixtron, Suss Microtec und Jenoptik, deren Kurse um bis zu sechs Prozent nachgaben. Auch der US-Halbleiterkonzern Micron notierte vorbörslich vier Prozent tiefer.

Anthropic-Chef sieht wachsende Gefahr

Auslöser der Debatte sind Warnungen aus der Branche selbst. Dario Amodei, Chef des KI-Unternehmens Anthropic, äußerte nach eigenständigen KI-Hacking-Attacken erhebliche Bedenken. Er befürchtet, dass ein KI-Schwarm binnen sechs bis zwölf Monaten das gesamte Internet übernehmen und Schäden in dreistelliger Milliardenhöhe verursachen könnte. Der Manager sprach sich dafür aus, das Tempo bei der Entwicklung der leistungsfähigsten Modelle zu drosseln. Rückendeckung erhielt er Elon Musk, Chef von Tesla, und Sam Altman, Chef von OpenAI.

Neues politisches Risiko für die Branche

Die Analysten der LBBW sehen darin eine Belastung für die Gewinnerwartungen der gesamten Wertschöpfungskette. Zwar dürfte der Bedarf an Rechenzentren und Serverkapazität ungebrochen bleiben, allerdings reagieren hoch bewertete Technologiewerte empfindlicher auf Zweifel an den enormen Investitionssummen. Das spricht dafür, dass hinter den Kursverlusten eine differenziertere Lage steckt, als es auf den ersten Blick scheint: Im Mittelpunkt steht die Forderung, KI-Modelle künftig von externer Seite prüfen zu lassen, nicht der Wunsch, Investitionen von heute auf morgen zu beenden. Für die Technologiebranche entsteht dennoch ein neues politisches Risiko: Die aktuelle Diskussion könnte den Startschuss für ein Regelwerk zu KI-Sicherheit und Haftung geben.

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