AMD übernimmt den kanadischen Chipentwickler Taalas, der KI-Modelle direkt in Silizium gießt und damit Inferenz-Geschwindigkeiten erreicht, die herkömmliche GPU-Lösungen um ein Vielfaches übertreffen sollen.
Der Ansatz von Taalas bricht mit der gängigen Logik im KI-Chipmarkt: Statt auf programmierbare GPUs zu setzen, brennt das 2023 in Toronto gegründete Startup ein konkretes KI-Modell direkt in einen ASIC ein. Der Anfang des Jahres vorgestellte HC1-Chip enthält Metas Llama 3.1 8B als feste Schaltlogik und soll damit rund 17.000 Token pro Sekunde pro Nutzer erzeugen, laut Taalas das 74-Fache vergleichbarer Nvidia-Lösungen. Gefertigt wird der Chip bei TSMC im 6-Nanometer-Verfahren mit rund 53 Milliarden Transistoren.
Der offensichtliche Nachteil: Ein HC1 kann ausschließlich ein einziges Modell ausführen, andere Architekturen sind ausgeschlossen. Taalas betont jedoch, dass nicht der einzelne Chip, sondern der automatisierte Entwicklungsprozess für modellspezifische ASICs das eigentliche Produkt sei. Feinabstimmungen per Low-Rank-Adapter und konfigurierbare Kontextfenster mildern die Einschränkung teilweise ab.
Die Übernahme passt nahtlos in AMDs Portfolio aus Instinct-GPUs, Epyc-CPUs und Helios-Servern. Die beiden Taalas-Gründer Ljubisa Bajic und Drago Ignjatovic kommen selbst aus dem AMD-Umfeld. Marktbeobachter sehen den Kundenkreis zwar als eng begrenzt, doch genau darin liegt die Logik: OpenAI, Anthropic und Meta gehören bereits zu AMDs Abnehmern und sind zugleich die natürliche Zielgruppe für modellspezifische Inferenz-Hardware.




