Baker-Tilly-Partner sieht Life Sciences als PE-Wachstumstreiber

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November 7, 2025
07.11.2025
3 Minuten Lesezeit

Baker-Tilly-Transaktionsexperte Greger sieht Trendwende bei Finanzinvestoren – Diagnostik-Boom, europäische Konsolidierung und Digital-Health-Skalierung überwinden Risiko-Skepsis.

Europa-Fragmentierung lockt Plattform-Investoren

Stefan Greger, Partner im Münchner Transaction-/Deal-Advisory-Team von Baker Tilly, beobachtet einen fundamentalen Wandel: Private Equity betrachtet Life Sciences nicht länger als riskante Nische, sondern als strategisches Wachstumsfeld. Die Pandemie beschleunigte technologische Fortschritte in Biotechnologie, Diagnostik und Medizintechnik. Gleichzeitig fehlt Europa die Konsolidierung – ideales Terrain für Übernahmestrategien. Der Certified Valuation Analyst illustriert dies an Baker-Tilly-Mandaten im Labor- und Diagnostik-Segment: Wertsteigerungen resultieren primär aus operativer Verbesserung – geografischer Expansion, strategischen Zukäufen und Management-Professionalisierung.

Kapitallücke zwischen VC und Markteintritt

Greger identifiziert eine strukturelle Finanzierungslücke: Venture Capital läuft typischerweise vor oder während Phase II klinischer Studien aus. Die kapitalintensive Phase-III-Entwicklung plus Kommerzialisierung bleiben unterfinanziert – dort können Buyout-Fonds einsteigen. Das Risikoprofil bleibt hoch: Klinische Studien können scheitern, Zulassungen dauern Jahre. Doch Greger konstatiert: Investoren erkennen, dass erfolgreiche Zulassungen stabile Cashflows generieren. Längere Haltedauern werden durch höhere Renditeerwartungen ausgeglichen.

Drei Segmente treiben Wachstum

Erstens katalysierte Corona Diagnostik-Unternehmen. Zweitens skalieren Digital-Health-Modelle – Telemedizin, KI-Diagnostik – schneller und kapitaleffizienter als klassische Biotech-Entwicklungen. Drittens profitiert Medtech vom demografischen Wandel: Implantate und minimalinvasive Robotik-Verfahren adressieren wachsende Patientenzahlen. Zusätzlich beobachtet Greger Konsolidierung im ambulanten Sektor: Investoren kaufen kleinere Praxen und fusionieren sie zu größeren Plattformen.

Regulierung mit zwei Gesichtern

Greger differenziert geografisch: Europas Medical Device Regulation bremst kleinere Unternehmen. Die US-amerikanische FDA ermöglicht durch Fast-Track-Verfahren Beschleunigung. Deutschland bietet mit Digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGAs) Marktzugänge, die Regulierung auch als Chance positionieren.

Paneuropäische Plattformen statt USA-Deals

Im Small- und Mid-Cap-Segment konstatiert Greger weniger transatlantischen Kapitalfluss – geopolitische Unsicherheiten bremsen US-Interesse an Europa-Zielen. Stattdessen kombinieren PE-Häuser Unternehmen aus Deutschland, Benelux, Italien und UK zu regionalen Marktführern.

Integrierte Beratung als Vorteil

Baker Tilly positioniert sich durch umfassende Expertise: Financial, Tax und Legal aus einer Hand, ergänzt durch regulatorische Spezialisierung. Die Gesellschaft hinterfragt Businessplan-Annahmen, testet Cashflow-Prognosen und bewertet Zulassungsrisiken. Greger, der sein BWL-Studium an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg absolvierte und bei Deloitte startete, bezeichnet Baker Tilly als "Powerhouse" im Segment.

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