Wer KI nur passiv nutzt, verliert oft die Verbindung zur eigenen Arbeit, schreibt Mandy Hübener, Director of Executive Education an der ESMT Berlin, in einem Gastbeitrag. Entscheidend sei, KI als Denkpartner statt als Ersatz einzusetzen.
In ihrer Arbeit mit Unternehmen beobachtet Mandy Hübener, Director of Executive Education an der ESMT Berlin, einen Widerspruch: Viele Mitarbeitende erledigen Aufgaben mit KI deutlich schneller, gleichzeitig berichten Führungskräfte, dass manche Beschäftigte weniger Verbundenheit mit ihren Arbeitsergebnissen zeigen. Eine aktuelle Studie im Fachjournal Nature weist laut Hübener in dieselbe Richtung: Wer KI vor allem passiv nutzt und KI-generierte Inhalte weitgehend übernimmt, empfindet weniger Sinn in der eigenen Arbeit und weniger Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten, ein wichtiger Treiber von Engagement. Menschen übernehmen demnach mehr Verantwortung, zeigen mehr Eigeninitiative und bleiben Unternehmen länger erhalten, wenn sie das Gefühl haben, das sei ihre eigene Arbeit und ihr eigener Beitrag.
Besonders wertvoll ist KI aus Sicht von Hübener als Denkpartner, etwa zum Testen von Ideen, zum Hinterfragen von Annahmen oder zur Entwicklung von Alternativen, während Denken und Entscheidungen beim Menschen bleiben. Die Studie zeigt, dass Mitarbeitende eine deutlich stärkere Verbindung zur eigenen Arbeit wahrnehmen, wenn sie zunächst selbst eine Idee entwickeln und die KI anschließend zur Verbesserung nutzen, statt sich fertige Antworten liefern zu lassen. Führungskräfte sollten Mitarbeitende deshalb ermutigen, zunächst eigene Ideen zu entwickeln und KI erst danach als Sparringspartner einzusetzen. Trainings sollten entsprechend nicht nur vermitteln, was KI kann, sondern vor allem, wie sie sinnvoll genutzt wird.




