Cavallo fordert zentralere Konzernsteuerung bei VW

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March 4, 2026
06.03.2026
2 Minuten Lesezeit

Die Betriebsratschefin kritisiert Marken-Eigenständigkeiten und verlangt stärkere Führung aus Wolfsburg. Erstmals wurde der E-Golf 9 als Silhouette gezeigt.

Kritik an mangelnder Disziplin im Konzernverbund

Auf der Betriebsversammlung in Wolfsburg hat Daniela Cavallo, Betriebsratschefin von Volkswagen, eine straffere Konzernführung gefordert. Wolfsburg müsse wieder stärker zum Dreh- und Angelpunkt für den gesamten Konzernverbund werden, erklärte sie laut Redemanuskript, das der dpa in Auszug vorliegt. Töchter wie Audi und Porsche sollten künftig weniger autonom agieren. „Alleingänge einzelner Marken können wir uns schlicht nicht mehr leisten“, so Cavallo. Derzeit herrsche „Kraut und Rüben“, die Disziplin fehle. Sie fordert die Konzernspitze um Oliver Blume auf, Machtworte zu sprechen und „Marken-Egoismen einzufangen“. Nur durch gemeinsame Ziele und klare Vorgaben ließen sich Synergien im Konzern heben. Dafür brauche es den nötigen Durchgriff aus dem Konzernvorstand.

Golf 9 bleibt in Wolfsburg, Golf 8 geht nach Mexiko

Erstmals präsentierte VW auf der Betriebsversammlung die Silhouette des künftigen Elektro-Golf 9. Als schwarz-weißer Umriss erschien das Seitenprofil auf der Großbildleinwand. Optisch ähnelt es stark dem aktuellen Golf 8. Die Produktion des derzeitigen Modells soll 2027 nach Mexiko verlagert werden, um in Wolfsburg Platz für den Umbau der Fertigung auf E-Modelle zu schaffen. Ende des Jahrzehnts wird dann der vollelektrische Nachfolger im Stammwerk vom Band laufen. Damit bleibe der Golf auch in der neunten Generation ein Wolfsburger, betonte Cavallo.

Anerkennungsprämie nach Betriebsratswahl

Über die von Cavallo geforderte Anerkennungsprämie für alle Tarifbeschäftigten bei VW ist noch keine Entscheidung gefallen. Der Vorstand werde erst nach der kommenden Woche stattfindenden Betriebsratswahl darüber entscheiden, sagte sie. Hintergrund der Forderung ist der überraschend hohe Cashflow von sechs Milliarden Euro, den der Konzern im Januar gemeldet hatte. Cavallo hatte daraufhin verlangt, die Belegschaft daran zu beteiligen.