Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft hat mit dem Fraunhofer FIT untersucht, wie Unternehmen beide Transformationen zusammenführen können. Ein neues Bewertungswerkzeug soll bei der Umsetzung helfen.
Viele Firmen behandeln Digitalisierung und Nachhaltigkeit als separate Baustellen. EY sieht darin einen Fehler. Wer beide Themen strategisch verknüpft, wirtschaftet erfolgreicher, lautet die These einer aktuellen Studie. Das Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik hat an der Untersuchung mitgewirkt. Im Zentrum steht ein Werkzeug namens Twin Transformation Value Canvas. Es soll Unternehmen ermöglichen, Vorhaben systematisch einzuordnen und versteckte Potenziale aufzudecken. Schnelle Gewinne wie Kostensenkungen lassen sich ebenso erfassen wie langfristige Effekte: widerstandsfähigere Strukturen, neue Erlösquellen oder eine verbesserte Marktstellung.
Die Methodik unterscheidet zwischen Umsatz, Ergebnis und ökologischem Beitrag. Diese Dimensionen werden im Fachjargon als Top Line, Bottom Line und Green Line bezeichnet. Der Canvas macht sichtbar, wie einzelne Initiativen auf alle drei Ebenen wirken, und erlaubt Vergleiche zwischen verschiedenen Projekten.
Die Studie untermauert ihre Thesen mit Anwendungsfällen aus der Fertigung. Intelligente Analyseverfahren optimieren Produktionsabläufe und schonen gleichzeitig Ressourcen. Virtuelle Abbilder von Produkten unterstützen Entwickler dabei, Waren über den gesamten Lebenszyklus hinweg zu verbessern. Kreislaufmodelle schließen Materialströme und verwandeln regulatorische Pflichten in Innovationsimpulse.
Die Autoren raten Unternehmen, eine belastbare Datenbasis zu schaffen und Projekte nach klaren Kriterien zu priorisieren. Signale aus Märkten und Vorschriften sollten als Antrieb für Neuerungen dienen. Die Verzahnung beider Transformationen gehöre fest in der Führungsebene verankert. Ohne Einbindung der Belegschaft gelinge der Wandel nicht. Wer die Hebel konsequent nutzt, verschafft sich nach Einschätzung der Studienautoren einen Vorteil gegenüber Wettbewerbern. Effizientere Abläufe drücken Kosten. Robuste Lieferketten federn Krisen ab. Neue Geschäftsmodelle erschließen zusätzliche Einnahmen. Die Verknüpfung von Digitalisierung und Nachhaltigkeit wird damit zum strategischen Erfolgsfaktor.




