Das Metzinger Unternehmen entwickelt humanoide Maschinen gemeinsam mit Bosch und Schaeffler. Bis Ende des Jahrzehnts sollen Millionen Einheiten in Fabriken und Haushalten arbeiten.
Im globalen Wettbewerb um intelligente Roboter meldet sich Deutschland zurück. Während asiatische Hersteller zuletzt mit spektakulären Demonstrationen für Schlagzeilen sorgten, arbeitet ein Unternehmen aus dem schwäbischen Metzingen an eigenen Lösungen. Neura Robotics hat sich mit etablierten Industriekonzernen verbündet, um Maschinen zu entwickeln, die selbstständig denken und handeln können. Die Zuliefergiganten Bosch und Schaeffler gehören zu den Kooperationspartnern. Gemeinsam entsteht ein Netzwerk, in dem Roboter Trainingsdaten austauschen und voneinander profitieren. Was eine Maschine lernt, steht allen anderen zur Verfügung. David Reger führt das Unternehmen als Vorstandschef und treibt die Vision voran.
Die Roboter durchlaufen spezielle Trainingseinrichtungen, die das Unternehmen Neurogyms nennt. Dort entwickeln sie motorische Fähigkeiten, die sich einprägen wie Bewegungsabläufe bei Menschen. Statt jede Handlung einzeln zu programmieren, verinnerlichen die Maschinen komplexe Bewegungsmuster und rufen sie bei Bedarf ab. Ein selbst entwickeltes Sensorsystem versetzt die Roboter in die Lage, zwischen Personen und Gegenständen zu unterscheiden. In der Nähe von Menschen agieren sie behutsamer, bei reinen Materialarbeiten können sie kraftvoller zugreifen. Zwei Akkus ermöglichen den Betrieb ohne Unterbrechung. Die Maschinen sollen sowohl in der Industrie als auch im privaten Umfeld zum Einsatz kommen.
Automobilhersteller prüfen den Einsatz in der Montage. Einzelhändler interessieren sich für Unterstützung beim Einräumen von Regalen. Im Pflegebereich könnten die Roboter körperlich belastende Tätigkeiten übernehmen und Personal entlasten. Die Bandbreite möglicher Einsatzorte wächst mit jeder Weiterentwicklung der Technologie. Das Unternehmen hat sich ein großes Ziel gesetzt. Fünf Millionen kognitive und humanoide Roboter sollen bis Ende des Jahrzehnts ausgeliefert werden. Eine zentrale Plattform namens Neuraverse vernetzt alle Einheiten und sammelt Daten, die zur stetigen Verbesserung der Systeme beitragen. Deutschland positioniert sich damit als ernstzunehmender Mitspieler im internationalen Robotikmarkt.




