Der Ex-Morgan-Stanley-Mann startet mit historischem Gewinn, muss aber ein explosives US-Immobilien-Portfolio managen. Die BaFin hat zudem das 26-Milliarden-Private-Credit-Portfolio im Visier. Am 29. April folgt die erste Bewährungsprobe.
Raja Akram übernimmt in diesem Monat das Finanzressort der Deutschen Bank. Der ehemalige Morgan-Stanley-Manager tritt sein Amt in einer komfortablen, aber anspruchsvollen Phase an. Das Institut erzielte 2025 einen historischen Rekordgewinn. Der Vorsteuergewinn kletterte auf 9,7 Milliarden Euro, die Erträge stiegen um sieben Prozent. Auf dieser Basis soll die Strategie der Globalen Hausbank nun skalieren. Anleger reagierten zuletzt verhalten: Seit Jahresbeginn verlor die Aktie gut 22 Prozent und ging am Dienstag bei 25,95 Euro aus dem Handel.
Bis 2028 plant das Management, die Erträge auf rund 37 Milliarden Euro zu steigern und eine Eigenkapitalrendite von über 13 Prozent zu erreichen. Um die anvisierten Margen zu sichern, muss Akram die Kosten streng kontrollieren. Die Aufwand-Ertrag-Relation soll unter die Marke von 60 Prozent fallen. Erreicht werden soll dies durch Brutto-Kosteneffizienzen von zwei Milliarden Euro, primär durch Automatisierung und KI-gestützte Prozesse. Aktionäre sollen stärker profitieren: Ab 2026 steigt die Ausschüttungsquote auf 60 Prozent des Konzerngewinns. Eine Dividende von 1,00 Euro je Aktie plus laufendes Aktienrückkaufprogramm bedeuten insgesamt 2,9 Milliarden Euro für die Anteilseigner.
Trotz glänzender Gesamtbilanz muss Akram operative Problemfelder navigieren. Ein zentrales Risiko stellt das Engagement im US-Gewerbeimmobilienmarkt dar. Der Sektor leidet unter Refinanzierungsproblemen, eine Preisstabilisierung ist laut Geschäftsbericht insbesondere an der Westküste nicht in Sicht. Zum Ende des Vorjahres musste die Bank 664 Millionen Euro für erwartete Kreditausfälle zurückstellen, ein Anstieg von 44 Prozent gegenüber 2023. Hinzu kommt ein 26 Milliarden schweres Private-Credit-Portfolio, das zunehmend in den Fokus der BaFin rückt. Die erste Bewährungsprobe steht am 29. April an: Dann legt die Deutsche Bank die Ergebnisse für das erste Quartal 2026 vor.




