J.P.Morgan verhandelt mit Investoren über einen synthetischen Risikotransfer auf mehr als 4 Mrd. US-Dollar NAV-Kredite an Private-Equity-Fonds und signalisiert damit ein wachsendes Unbehagen der Banken gegenüber dem strukturell expandierenden, aber schwer einzuschätzenden Segment.
J.P.Morgan verhandelt laut Financial Times mit Investoren über die Auslagerung des Verlustrisikos aus einem Pool von mehr als 4 Mrd. US-Dollar NAV-Krediten an Private-Equity-Fonds. Die diskutierte Struktur ist ein synthetischer Risikotransfer: JPMorgan behält die Kredite in der Bilanz, überträgt jedoch einen definierten Verlustanteil an externe Investoren. Konkret wird verhandelt, bis zu 12,5 Prozent der Verluste auf den Pool zu übertragen; Investoren wird für die First-Loss-Position eine Rendite im unteren Zehnprozentbereich angeboten. Der Pool erstreckt sich auf Dutzende Fazilitäten an PE-Fonds in Nordamerika, Europa und dem Nahen Osten und bietet damit eine breite Diversifikation über Sponsoren hinweg.
NAV-Kredite werden typischerweise als risikoarm vermarktet, da sie durch diversifizierte Fondsportfolios besichert sind, mit Beleihungen von in der Regel rund 25 Prozent des Nettoinventarwerts. Eine anhaltende Realisierungsflaute sowie Bedenken, dass KI Bewertungen softwareintensiver Portfolios beeinflussen könnte, haben dieses Bild trüber werden lassen. US- und europäische Aufseher haben das Leverage-over-Leverage-Risiko bereits angesprochen. J.P.Morgan ist nicht allein: Laut FT verfolgt auch Mitsubishi UFJ Financial Group einen ähnlichen Risikotransfer bei Krediten an börsennotierte Private-Credit-Fonds. NAV-Kredite stehen laut einem aktuellen AllianceBernstein-Bericht bei rund 100 Mrd. US-Dollar und sollen bis 2030 auf 350 Mrd. US-Dollar wachsen.




