Nach einem abgewendeten Generalstreik stimmen die Gewerkschaftsmitglieder von Samsung über eine Tarifeinigung ab. Die Halbleiterabteilung könnte Boni von umgerechnet bis zu 340.000 Euro pro Kopf erhalten.
Samsung hat im ersten Quartal 2026 einen Betriebsgewinn von 57,2 Billionen Won erzielt, umgerechnet rund 33 Milliarden Euro, etwa das Achtfache des Vorjahreszeitraums. Getrieben wurde das Ergebnis durch den globalen Boom rund um künstliche Intelligenz und die damit verbundene Nachfrage nach Speicherchips. Der Streit um die Verteilung dieser Gewinne führte zur Drohung eines 18-tägigen Generalstreiks durch rund 48.000 gewerkschaftlich organisierte Mitarbeitende. Die Einigung sieht eine durchschnittliche Lohnerhöhung von 6,2 Prozent sowie die Ausschüttung von 10,5 Prozent des Unternehmensgewinns an die Belegschaft vor. Für Mitarbeitende der Halbleiterabteilung könnten die diesjährigen Boni laut Prognosen bis zu 600 Millionen Won, umgerechnet rund 340.000 Euro, betragen.
Die südkoreanische Zentralbank schätzte in einem internen Bericht, dass ein Generalstreik das Wirtschaftswachstum des Landes um 0,5 Prozentpunkte hätte bremsen können. Die US-amerikanische Handelskammer in Südkorea warnte zusätzlich vor Unterbrechungen globaler Lieferketten und Schäden für Südkoreas Ruf als verlässlichen Technologiestandort. Die Abstimmung der Gewerkschaftsmitglieder über die Einigung läuft noch bis zum 27. Mai, eine Zustimmung gilt als wahrscheinlich. Die Märkte reagierten erleichtert: Die Samsung-Aktie schloss nach Bekanntgabe der Tarifeinigung auf einem Rekordhoch.




