EQT und sein Portfoliounternehmen EdgeConneX lancieren gemeinsam eine digitale Infrastruktur-Investitionsplattform, die den wachsenden Kapitalbedarf im KI-Zeitalter gezielt adressiert und eine Blaupause für ähnliche Strategien im Markt liefert.
EQT und der Rechenzentrum-Entwickler EdgeConneX starten eine neue digitale Infrastruktur-Investitionsplattform, für die EdgeConneX das gesamte Startkapital bereitstellt; der Stockholmer Private-Equity-Konzern bringt sein 100-Mrd.-US-Dollar-Portfolio in digitaler Infrastruktur und Energie sowie das dazugehörige Netzwerk in die Partnerschaft ein. "Infrastruktur ist jetzt der entscheidende Faktor für die weitere Expansion der KI", erklärte EQT-Partner Jan Vesely bei der Ankündigung. EQT hatte EdgeConneX 2020 über seinen vierten Flaggschiff-Infrastrukturfonds erworben und den Unternehmenswert seitdem um das 20-Fache gesteigert. Im September 2024 wurde eine Minderheitsbeteiligung an Sixth Street veräußert, während EQT die Mehrheit behielt.
EQT ist nicht der erste große Infrastrukturinvestor, der einen Rechenzentrumsbetreiber als Plattform für weitere KI-Investitionen nutzt: Blackstone übernahm 2021 QTS Realty Trust in einem 10-Mrd.-US-Dollar-Deal und förderte seitdem den Aufbau hyperscalefähiger Rechenzentren in den USA und Europa; KKR vollzog im selben Jahr gemeinsam mit Global Infrastructure Partners die Privatisierung von CyrusOne in einem auf 15 Mrd. US-Dollar bewerteten Deal. Laut einer PitchBook-Analyse sammelten Infrastruktur- und Immobilienfonds mit Fokus auf Rechenzentren und Telekommunikation im Jahr 2025 rekordhohe 26 Mrd. US-Dollar ein, mehr als das 13-Fache des Vorjahreswerts. Das verwaltete Vermögen mit Exponierung auf Rechenzentren und Telekommunikation erreichte mit 215,7 Mrd. US-Dollar ebenfalls einen Rekordstand.
EQT hat sich mit mehreren Großtransaktionen als Kernakteur im KI-Infrastrukturmarkt positioniert. Anfang 2026 kündigte der Konzern an, im Rahmen seines sechsten Infrastrukturfonds gemeinsam mit BlackRocks Global Infrastructure Partners sowie Co-Underwritern wie CalPERS und der Qatar Investment Authority den US-Energieversorger AES Corporation in einem Take-private-Deal mit einem Transaktionswert von 33,4 Mrd. US-Dollar zu erwerben. AES betreibt 152 Stromerzeugungsanlagen und sechs Versorgungsunternehmen und hat Stromabnahmeverträge mit Rechenzentrumsanbietern abgeschlossen, die eine Kapazität von nahezu 8,2 Gigawatt abdecken. Der Abschluss wird für Ende 2026 oder 2027 erwartet.




