Das Cleantech-Unternehmen beauftragt ab sofort eine neue Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, der Wechsel erfolgt trotz bestehender Going-Concern-Hinweise ohne Streitigkeiten.
Der Verwaltungsrat von LanzaTech Global hat auf Empfehlung des Prüfungsausschusses einen Wechsel der Abschlussprüfer beschlossen. Deloitte & Touche scheidet aus dem Mandat aus, BDO USA übernimmt die Prüfung für das laufende Geschäftsjahr. Die Entscheidung fiel Mitte April und wurde umgehend bei der amerikanischen Börsenaufsicht SEC hinterlegt.
Der Abgang von Deloitte erfolgte ohne Zerwürfnis. Weder gab es Differenzen über Bilanzierungsfragen noch über Offenlegungspflichten. Die Testate für 2024 und 2025 enthielten keine Einschränkungen oder Versagungsvermerke. Allerdings wies Deloitte in beiden Jahren auf erhebliche Zweifel an der Fortführungsfähigkeit des Unternehmens hin. Zusätzlich dokumentierte der scheidende Prüfer Schwächen im internen Kontrollsystem. 2024 betrafen die Mängel komplexe Buchungsvorgänge und Erlöserfassung, 2025 weiteten sich die Defizite auf mehrere Kontrollkomponenten aus. Eine Korrektur bereits veröffentlichter Zahlen war dennoch nicht erforderlich. LanzaTech hat Deloitte autorisiert, gegenüber dem Nachfolger BDO Auskunft zu diesen Punkten zu erteilen.
Parallel zum Prüferwechsel treibt LanzaTech die Finanzierung voran. Eine kürzlich abgeschlossene Privatplatzierung spülte 20 Millionen Dollar in die Kasse, nach einer 40-Millionen-Runde im Vorjahr. Die insgesamt 60 Millionen Dollar fließen in die Weiterentwicklung der Technologie zur Umwandlung von Industrieabgasen in verwertbare Chemikalien. Zudem erhielt das Unternehmen den Zuschlag für eine Ethanol-Anlage im indischen Bundesstaat Uttar Pradesh, die täglich bis zu 300 Tonnen Zuckerrohr-Reststoffe verarbeiten soll.




