Die Beratungsgesellschaft testet flexible Beförderungen und setzt stärker auf Kompetenzbewertungen. Die klassische Karriereleiter hat ausgedient.
EY baut um, wie Mitarbeiter vorankommen. Statt festgelegter Stufen testet die Gesellschaft individuellere Wege nach oben. Ginnie Carlier, bei EY Americas für Talent und Kultur verantwortlich, beschreibt die Richtung: „Die traditionelle Organisationspyramide weicht flexibleren Karriereportfolios, in denen Wirkung wichtiger ist als Titel oder Betriebszugehörigkeit." Beförderungen sollen künftig weniger von Stellenbeschreibungen abhängen und mehr von nachgewiesenen Fähigkeiten und Ergebnissen. Das Unternehmen erprobt dafür neue Bewertungsverfahren.
Auch Führung verändert sich. Vorgesetzte sollen nicht mehr nur kontrollieren, sondern Räume schaffen, in denen Teams experimentieren und aus Fehlern lernen dürfen. Carlier sieht sie zunehmend in der Pflicht, Mannschaften zu steuern, die aus Menschen und KI-Agenten bestehen. Routineaufgaben wie Recherche oder das Bauen von Präsentationen verlieren an Bedeutung. Gefragt ist, wer Daten einordnen, Algorithmen hinterfragen und komplexe Zusammenhänge verständlich erklären kann.
EY verlangt von allen Einsteigern inzwischen eine kompetenzbasierte Prüfung. Ein Rotationsprogramm lässt Berufsanfänger verschiedene Bereiche durchlaufen, um breitere Fähigkeiten aufzubauen. Das Unternehmen steckt eine Milliarde Dollar in Talent und Technologie. Der Effekt: Der Kreis potenzieller Mitarbeiter wächst. Vor zwei Jahrzehnten bestand EY fast nur aus Buchhaltern, heute arbeiten Ingenieure, Kreative und Technologen Seite an Seite.




