Bund und Land Schleswig-Holstein haben im Zuge der Northvolt-Insolvenz 153 Millionen Euro an Fördermitteln zurückgeholt. Weitere Rückflüsse sind möglich, die Zukunft des Standorts liegt nun bei Lyten.
Bund und Land Schleswig-Holstein haben jeweils zur Hälfte 153 Millionen Euro an Fördermitteln zurückerhalten, wie das Bundeswirtschaftsministerium bestätigte. Im Sommer sollen zudem bis zu 69 Millionen Euro an die KfW zurückfließen, sobald eine emissionsrechtliche Genehmigung rechtskräftig wird. Northvolt hatte ursprünglich eine KfW-Wandelanleihe über 600 Millionen Euro erhalten, rund 330 Millionen Euro wurden verbaut oder für Grundstücks- und Maschinenkäufe eingesetzt.
Für die deutsche Tochter, die anders als die schwedische Muttergesellschaft nicht insolvent war, nutzte der Bund das vorinsolvenzliche Restrukturierungsverfahren nach dem StaRUG. Der Plan ist gerichtlich bestätigt. Rainer Eckert, Co-Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Insolvenzrecht und Sanierung im Deutschen Anwaltverein, erläuterte: „Anders als ein Insolvenzverfahren setzt ein StaRUG-Verfahren nicht voraus, dass man schon zahlungsunfähig, sondern idealerweise nur drohend zahlungsunfähig ist.“
Lyten-CEO Dan Cook plant den Betrieb des Geländes bei Heide mit rund 1.000 Arbeitsplätzen, Schwerpunkt Batterien für Verteidigung, Energiespeicherung und Elektromobilität sowie KI und Rechenzentren. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) signalisierte Unterstützung. Die Gespräche mit Bund und KfW dauern an.




