Der Stellenabbau in deutschen Unternehmen verlangsamt sich laut Ifo-Beschäftigungsbarometer. Von einer Trendwende hin zu mehr Neueinstellungen ist aber noch nichts zu spüren. Auch das Ifo-Geschäftsklima steigt bereits den vierten Monat in Folge.
Die August-Daten des Ifo-Beschäftigungsbarometers zeigen erste Anzeichen einer Stabilisierung. Der Wert kletterte auf 94 Punkte, den höchsten Stand seit Mai vergangenen Jahres, die neutrale Marke läge bei 100. „Die Unternehmen treten beim Stellenabbau zunehmend auf die Bremse“, sagt Ifo-Chefstatistiker Klaus Wohlrabe, „von einer Einstellungswelle kann allerdings noch keine Rede sein.“ Erstmals schneidet im August der Handel deutlich schlechter ab als die Industrie, die seit Jahren den Stellenabbau anführte, Bau und Dienstleistungen bleiben nur minimal negativ. Einen kleinen positiven Beitrag liefert die Rüstungsindustrie, die im ersten Halbjahr rund 4.700 Stellen ausschrieb, 22 Prozent mehr als im Vorjahr.
Hintergrund ist eine leichte konjunkturelle Erholung. Das Statistische Bundesamt revidierte das BIP-Wachstum im zweiten Quartal auf 0,3 Prozent nach oben, getragen vor allem vom Export, der um 2 Prozent zulegte, während Investitionen und Konsum hinterherhinken. Belastet wird die Erholung weiterhin durch den Iran-Krieg, hohe Ölpreise und erneutes Niedrigwasser am Rhein. Die Bundesbank rechnet für das dritte Quartal daher nur mit leichtem Wachstum. Auch das Ifo-Geschäftsklima stieg im August überraschend stark auf 88,8 Punkte, den vierten Anstieg in Folge. „Die Zuversicht unter den Unternehmen in Deutschland hat zugenommen“, so Ifo-Präsident Clemens Fuest. Die Bundesagentur für Arbeit zählte im Juli rund drei Millionen Arbeitslose, die Quote sank im Jahresvergleich von 11,8 auf 11,4 Prozent. Eine IAB-Studie zeigt zudem, dass höhere Kreditkosten in der Eurozone den Stellenabbau in stark verschuldeten Industriebranchen zusätzlich verschärft haben.




