Nach dem Vorstoß von Deloitte im vergangenen Jahr zieht KPMG nach: Mit sieben Partnern aus vier verschiedenen Kanzleien gründet die Beratungsgesellschaft eine juristische Sparte in Lissabon und Porto.
Bevor auch nur ein Mandat bearbeitet wird, steht das Team. KPMG Law startet mit sieben Partnern, die aus verschiedenen renommierten Häusern angeworben wurden. Den größten Anteil stellt die portugiesische Sozietät Morais Leitão, von der vier Anwälte wechseln: die Corporate-Partner João Afonso und Jorge Cortez, der Wettbewerbsspezialist Dzhamil Oda und der Public-Law-Experte Bernardo Almeida Azevedo. Hinzu kommen Samantha Cyrne von Cuatrecasas, Marta Gouveia Gomes von Deloitte Legal Telles und Manuel Gouveia Pereira von GPA. Geleitet wird die neue Einheit von Luís Magalhães, einem langjährigen Steuerpartner des Beratungshauses. Innerhalb der nächsten zwei Jahre soll die Belegschaft auf über 70 Anwälte wachsen.
Möglich wurde der Vorstoß durch eine Gesetzesänderung von 2024, die multidisziplinäre Partnerschaften in Portugal erlaubt. Bereits im vergangenen Jahr hatte Deloitte diese Öffnung genutzt und sich mit der portugiesischen Kanzlei TELLES zusammengeschlossen. Auch andere internationale Häuser haben Portugal für sich entdeckt: Bird & Bird eröffnete im September mit acht Anwälten aus Sérvulo & Associados ein eigenes Büro in Lissabon.
KPMG hat sich bewusst dafür entschieden, keine bestehende Kanzlei zu übernehmen, sondern das Team über eine Reihe von Wechseln aufzubauen. Als Schwerpunkte nennt die Gesellschaft digitale Transformation, ESG und Nachhaltigkeit. Zudem soll die neue Einheit in moderne Technik investieren können, ohne mit alten Systemen kämpfen zu müssen. Das globale juristische Netzwerk von KPMG umfasst rund 4.000 Anwälte in über 100 Ländern.




