Thyssenkrupp hat im dritten Quartal dank Effizienzgewinnen, TKMS und eines Sondereffekts erstmals nach Anteilen Dritter eine schwarze Null erreicht. Die Umsatzerwartungen für das Gesamtjahr dämpft der Konzern jedoch leicht.
Trotz eines verhaltenen Marktumfelds hat Thyssenkrupp seine Ergebnisse im dritten Quartal verbessert. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern stieg in den drei Monaten bis Ende Juni um 18 Prozent auf 183 Millionen Euro, wie das Unternehmen mitteilte. Analysten hatten sich allerdings eine noch stärkere Verbesserung erhofft. Nach Steuern verdiente der Konzern 34 Millionen Euro, nachdem im Vorjahresquartal noch ein Verlust von 255 Millionen Euro angefallen war. Dabei half auch ein positiver bilanzieller Effekt von 131 Millionen Euro aus dem Verkauf der Anteile am Stahlhersteller HKM an Salzgitter. Nach Abzug der Anteile Dritter stand am Ende eine schwarze Null. Getragen wurde die Verbesserung insbesondere vom laufenden Effizienzprogramm, das sowohl der Stahlsparte als auch dem vor der Abspaltung stehenden Materialhandelsgeschäft TK Accelis half. Zusätzlich lieferte der Marineschiffbauer TKMS höhere Gewinnbeiträge. Schwächer entwickelte sich dagegen der Automotive-Bereich. Der Umsatz kletterte um 8 Prozent auf rund 8,8 Milliarden Euro, der Materialhandel profitierte dabei von steigenden Mengen und Preisen.
„Thyssenkrupp gewinnt weiter an operativer Stärke und an strategischer Klarheit“, kommentierte Konzernchef Miguel López. Der Industriekonzern befindet sich derzeit im Umbau zu einer reinen Finanzholding, „die geplante Börsennotierung von TK Accelis, die Fortschritte bei der Neuaufstellung von Steel Europe und die starke Position von TKMS zeigen, dass unser Zukunftsmodell nicht nur Gestalt annimmt, sondern auch trägt“, so López weiter. Für das laufende Geschäftsjahr grenzte Thyssenkrupp seine Ergebnisprognose etwas ein: Beim bereinigten Ebit hob der Konzern das untere Ende der Spanne um 100 Millionen Euro an und erwartet nun 600 bis 900 Millionen Euro. Analysten rechnen bereits mit einem Wert von 833 Millionen Euro. Der Konzernverlust soll höchstens 700 statt zuvor 800 Millionen Euro betragen. Beim Umsatz erwartet Thyssenkrupp dagegen im besten Fall nur noch ein Minus von 1 Prozent, statt wie zuvor angepeilt Vorjahresniveau zu erreichen.




