Eine Abfindung liegt in Deutschland im Schnitt bei 7.393 Euro brutto, 45,5 Prozent mehr als im Vorjahr. BMW zahlt in einem eigenen Programm deutlich großzügiger und verschickt ab Oktober rund 40.000 Angebote.
Eine Auswertung von 3.207 Kündigungsfällen des Verbraucherportals Allright weist 7.392,92 Euro brutto als durchschnittliche Abfindungssumme aus, meist nach 4,9 Jahren Betriebszugehörigkeit. Große Konzerne zahlen laut Boston Consulting Group und DGFP bis zu 2,0 Monatsgehälter pro Jahr, bei Volkswagen lag die Abfindung laut Spiegel im Schnitt bei 200.000 Euro, Mercedes zahlte Führungskräften laut Handelsblatt bis zu 500.000 Euro. Einen Rechtsanspruch gibt es dabei kaum, nur wer nach betriebsbedingter Kündigung nicht klagt, erhält nach § 1a KSchG ein halbes Monatsgehalt pro Jahr. Laut dem Kündigungsreport 2026 von HR Works gehen 47 Prozent der Entlassenen ohne Geld. In Kleinbetrieben sogar 60 Prozent, fast zwei Drittel akzeptieren zudem das Erstangebot ohne Verhandlung, obwohl es laut Verhandlungsberater Christian Glade fast immer nur eine Eröffnungsposition ist.
BMW streicht weltweit rund 8.000 Stellen, will dabei aber auf betriebsbedingte Kündigungen verzichten. Von Oktober 2026 bis Ende 2027 erhalten rund 40.000 der gut 84.000 Beschäftigten in Deutschland ein Abfindungsangebot, vor allem in Verwaltung und Entwicklung. Wer vor der Unterschrift verhandelt, sollte laut Fachleuten vier Punkte klären: die dreiwöchige Klagefrist, die mögliche zwölfwöchige Sperrzeit beim Arbeitslosengeld durch einen Aufhebungsvertrag, die seit 2025 selbst zu beantragende Fünftelregelung sowie Note und Wortlaut des Zeugnisses. Ab 2027 könnte zusätzlich Eile lohnen, die Koalition plant steuerliche Vorteile für Abfindungen bei schneller Anschlussbeschäftigung sowie Erleichterungen bei Kündigungen ab rund 177.000 Euro Jahresgehalt, ein konkreter Gesetzentwurf fehlt aber noch.




