Mit der Berufung von Robert Mahari als erstem "Head of Claude for Legal" macht Anthropic den juristischen Sektor zum strategischen Wachstumsfeld.
Mahari vereint Forschung und Unternehmertum: Er trägt einen Doktortitel mit Schwerpunkt auf künstlicher Intelligenz im Rechtswesen und hat mit Akiva AI ein eigenes Unternehmen in diesem Feld aufgebaut. Bei Anthropic verantwortet er nun die Positionierung von Claude als Arbeitswerkzeug für Anwaltskanzleien und Unternehmensjuristen. Die Vorarbeit dafür läuft bereits seit Mai, als Anthropic ein Dutzend branchenspezifischer Erweiterungen präsentierte und Zusammenarbeiten mit mehr als 20 Fachsoftware-Anbietern, darunter LexisNexis und Relativity, bekanntgab.
Der Vorstoß reiht sich in eine Branchendynamik ein: OpenAI sicherte sich den Ironclad-Gründer Jason Boehmig, Amazon brachte mit Amazon Quick ein juristisches Spezialprodukt auf den Markt, und Microsoft verankerte einen Vertragsanalyse-Agenten direkt in Word. Was lange als zu reguliert und veränderungsresistent galt, ist zum Zielmarkt der großen KI-Anbieter avanciert.
Noch vor kurzem scheiterten KI-Systeme im Rechtsbereich an halluzinierten Gerichtsentscheidungen und mangelhaftem Umgang mit Vertraulichkeit. Die jüngste Modellgeneration lässt sich jedoch deutlich enger mit juristischen Fachdatenbanken und etablierter Branchensoftware verzahnen, wodurch der Einsatz im Tagesgeschäft von Kanzleien und Rechtsabteilungen erstmals realistisch wird.




