Lanxess streicht 550 Stellen bei schwacher Auslastung

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March 24, 2026
31.03.2026
2 Minuten Lesezeit

Der Kölner Spezialchemie-Konzern reagiert auf das schwache Marktumfeld mit einem neuen Sparpaket. Zwei Drittel der Streichungen treffen Deutschland. Die Auslastung liegt bei durchschnittlich 65 Prozent.

Mehrere Krisenfaktoren gleichzeitig

Der Kölner Spezialchemie-Konzern reagiert auf anhaltende Marktschwäche mit einem umfassenden Sparpaket. CEO Matthias Zachert kündigte bei der Bilanzpräsentation den Abbau von 550 Positionen an. Etwa zwei Drittel dieser Streichungen betreffen deutsche Standorte, primär in Verwaltungsfunktionen. Die Konzentration liegt auf Köln und Leverkusen. Der Personalbestand lag Ende 2025 bei 11.709 Beschäftigten, nach 12.338 im Vorjahr. Der Abbau soll sozialverträglich erfolgen, wobei betriebsbedingte Kündigungen nicht ausgeschlossen sind. Zachert verwies allerdings auf die 20-jährige Unternehmensgeschichte ohne betriebsbedingte Kündigungen. Das Maßnahmenpaket sowie strikte Kostenkontrolle auf allen Ebenen sollen bis Ende 2028 dauerhafte jährliche Einsparungen von 100 Millionen Euro generieren. Zusätzlich führte Lanxess im Februar für Tarifbeschäftigte die 35-Stunden-Woche mit entsprechenden Gehaltsanpassungen ein, dies soll jährlich 20 Millionen Euro einsparen. Im Management und außertariflichen Bereich gilt eine Nullrunde bei Fixgehältern.

Auslastung deutlich unter Branchenniveau

Zachert beschrieb die Situation der chemischen Industrie als angespannt. Ungünstige Wettbewerbsbedingungen, schwache Nachfrage, Überangebot aus Asien – verstärkt durch die Zollpolitik der Trump-Administration – sowie geopolitische Spannungen durch die Konflikte in der Ukraine und im Nahen Osten hätten sich zu einem perfekten Sturm verbunden. Laut Branchenverband VCI sank die Auslastung der chemischen Industrie auf etwa 70 Prozent, gegenüber üblichen 85 Prozent. Lanxess operierte mit durchschnittlich 65 Prozent noch darunter, zum Jahresende sogar niedriger. Die bereits im August angekündigten Produktionsnetzwerk-Optimierungen sollen dauerhaft 50 Millionen Euro jährlich einsparen. Zusammen mit dem aktuellen Programm ergeben sich bis Ende 2028 Gesamteinsparungen von 150 Millionen Euro. Dies ergänzt frühere Maßnahmen, die seit Ende 2025 bereits dauerhaft 150 Millionen Euro pro Jahr sparen.

Ergebnis rutscht deutlich ins Minus

Der Konzernumsatz sank um 10,9 Prozent auf 5,67 Milliarden Euro. Neben reduziertem Absatz durch schwache Nachfrage führte Preisdruck zur Senkung der Verkaufspreise. Der veräußerte Urethane-Bereich fehlt in der Umsatzrechnung, zusätzlich wirkten negative Währungseffekte. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen sowie Sondereffekten fiel um 16,9 Prozent auf 510 Millionen Euro. Das Konzernergebnis verschlechterte sich von minus 177 Millionen Euro auf minus 577 Millionen Euro. Die Dividende soll bei zehn Eurocent stabil bleiben. Die Perspektive bleibt verhalten: Geopolitische Spannungen persistieren, Impulse aus dem deutschen Sondervermögen erwartet Zachert frühestens im zweiten Halbjahr. Vor diesem Hintergrund prognostiziert er ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen vor Sondereffekten zwischen 450 und 550 Millionen Euro. Strategisch verzeichnet Lanxess Fortschritte: Der Verkauf des Urethane-Geschäfts ermöglichte Schuldenreduktion um 15 Prozent auf 2,02 Milliarden Euro.

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