Der Automobilzulieferer wird Mitglied der Innovationsplattform IPAI in Heilbronn. Rund 30 Mitarbeiter sollen dort an intelligenten Lösungen für Produkte und Fertigung arbeiten.
Schaeffler setzt auf Nähe zu Denkfabriken. Der Herzogenauracher Konzern tritt dem IPAI bei, einem Innovationsgelände für künstliche Intelligenz im Norden Heilbronns. Dort wächst gerade auf 30 Hektar der größte Campus dieser Art in Europa: Rechnerfarmen, Experimentierräume, Gemeinschaftsbüros. Rund 30 Beschäftigte sollen künftig zeitweise dort arbeiten und an intelligenten Anwendungen tüfteln.
Uwe Wagner, der bei Schaeffler Forschung und Entwicklung verantwortet, erklärt die Logik: „Künstliche Intelligenz ist der Schlüssel, wenn es darum geht, Entwicklungsprozesse zu beschleunigen und innovative Serienprodukte für unsere Kunden zu gestalten. Schaeffler verfügt über jahrzehntelange Expertise in der Produktentwicklung und Fertigung. Durch die Mitgliedschaft im IPAI verbinden wir unsere tiefe Industrie-Expertise mit einem der stärksten europäischen KI-Ökosysteme."
Moritz Gräter, Geschäftsführer des IPAI, sieht darin einen Gewinn für beide Seiten: „Die Integration von wertvollem industriellem Domänenwissen in eine skalierbare KI-Infrastruktur ist entscheidend für die globale Wettbewerbsfähigkeit. Gemeinsam mit unserer Community bieten wir Schaeffler das ideale Umfeld, um KI-Innovationen aus der Forschung direkt in die industrielle Anwendung zu überführen."
Der Zulieferer nutzt lernende Software bereits in mehreren Bereichen. Ein Sensor für Kofferraumklappen unterscheidet per Mustererkennung beabsichtigte Handbewegungen von zufälligen Gesten. Ein cloudbasiertes Überwachungssystem namens OPTIME horcht Produktionsmaschinen ab und schlägt Alarm, bevor Defekte auftreten. Intern hilft ein digitaler Assistent, den Klimafußabdruck von Bauteilen schon früh im Entwicklungsprozess zu ermitteln. Technische Zeichnungen werden automatisch ausgelesen und für nachfolgende Schritte aufbereitet.
Mit der Mitgliedschaft will Schaeffler diese Ansätze ausbauen. Digitale Abbilder von Produkten und Anlagen, datengestützte Konstruktion, selbstständig agierende Softwarebausteine: All das soll helfen, den Weg von der Idee zur Serienreife zu verkürzen. Das IPAI versammelt über 100 Mitglieder aus Wirtschaft und Wissenschaft. Schaeffler verspricht sich davon frische Impulse und eine Stärkung des KI-Standorts Deutschland.




