Baker Tilly rettet Maschinenbauer vor dem Aus: Böllhoff übernimmt Stöger Automation

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May 14, 2026
15.05.2026
3 Minuten Lesezeit

Der oberbayerische Schraubtechnik-Spezialist hatte im Herbst Insolvenz angemeldet. Nach einem internationalen Bieterverfahren sichert sich ein Familienunternehmen aus Bielefeld den Zuschlag.

Neustart nach der Pleite

Stöger Automation lebt weiter. Der Königsdorfer Spezialist für Schraubsysteme wechselt den Besitzer. Künftig gehört der Betrieb zur Böllhoff-Gruppe aus Bielefeld und trägt den Namen Böllhoff Stöger Schraubtechnik GmbH. Die Belegschaft darf an Bord bleiben. Baker Tilly hat das Verfahren orchestriert und den Abschluss herbeigeführt.

Absturz im Sog der Autokrise

Das Familienunternehmen aus Oberbayern hatte sich auf Montage- und Verschraubungstechnik für industrielle Massenfertigung konzentriert. Große Fahrzeughersteller orderten die patentgeschützten Anlagen, 130 Beschäftigte arbeiteten am Standort. Dann brach der Markt weg. Die Schwäche der Autobranche und die Flaute im Anlagenbau zwangen Stöger im September 2025 in die Zahlungsunfähigkeit.

Interessenten aus aller Welt

Baker Tilly startete eine internationale Suche. Kandidaten aus Nordamerika, Asien und Deutschland meldeten sich. Am Ende rang Böllhoff die Konkurrenz nieder. Der Bielefelder Verbindungstechnik-Konzern zählt über 3.300 Beschäftigte in 26 Ländern und setzte 2025 rund 726 Millionen Euro um. Die Eigentümer sind eine Familie, externe Anteilseigner gibt es nicht. Andreas Fröhlich, der bei Baker Tilly das Corporate-Finance-Geschäft leitet, erklärt den Ausgang: „Böllhoff hat mit seinem Verständnis für die Erfordernisse und Strukturen eines bayerischen Familienunternehmens, vor allem aber mit den Möglichkeiten eines starken internationalen Marktspielers punkten können."

Expansion statt Abwicklung

Ralf Adenstedt, bei Böllhoff für den Bereich Systemtechnik verantwortlich, blickt nach vorn: „Wir möchten mit dem, was Böllhoff an Kompetenz im Bereich der Schraub- und Montagetechnik sowie der internationalen Ausrichtung mitbringt, das Unternehmen Stöger wieder auf Wachstumskurs bringen."

Das Baker-Tilly-Team

Neben Fröhlich arbeitete Director Paul Margolin am Investorenprozess. Die rechtliche Seite übernahmen die Anwälte Stephan Zuber und Till Werner, die auch die Vertragsverhandlungen führten.

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