Jonathan Sokoloff, Managing Partner bei Leonard Green & Partners, warnte auf der Milken Institute Global Conference in Los Angeles davor, dass PE-Firmen Assets zu lange halten und damit ihre IRR systematisch zerstören.
Jonathan Sokoloff, seit 1990 bei dem 85-Mrd.-US-Dollar-Buyout-Haus Leonard Green & Partners tätig, sprach auf der Milken Institute Global Conference in Los Angeles Klartext: Wer auf den Traumpreis wartet und nicht verkauft, sieht seinen IRR kontinuierlich sinken. Da die meisten LPs auf Basis der IRR entschädigt werden, ist die Haltedauer genauso entscheidend wie der erzielte Gesamtmultiple. Die Ausweitung der Haltedauern führt laut Sokoloff zu einer deutlich breiteren Streuung der Renditen zwischen PE-Fonds und dazu, dass selbst gute Assets schwache IRRs produzieren. Strategische Käufer betrachten den durchschnittlichen PE-Portfoliowert als überbewertet und sind nur bei erstklassigen Unternehmen zur Transaktion bereit, so PJT-Partners-CEO Paul Taubman auf demselben Panel.
Die Schwäche des Exit-Marktes spiegelt sich in den Daten wider: Die Ausschüttungsquote privater Fonds als Anteil aller Assets liegt laut Goldman Sachs Asset Management seit 2021 bei 9 bis 13 Prozent, verglichen mit einem langfristigen Durchschnitt von 20 bis 25 Prozent. 2025 gab es 370 Exits mittelgroßer Unternehmen an strategische Käufer mit einem Gesamtwert von 42,2 Mrd. US-Dollar, ein Rückgang von 28,8 Prozent bei der Dealanzahl und 34 Prozent beim Volumen gegenüber dem Vorjahr. Leonard Green selbst hat Continuation Funds als Instrument genutzt, darunter einen 2,2-Mrd.-Vehicle im Dezember 2023, und hat zu Jahresbeginn 3,6 Mrd. US-Dollar für seinen ersten Sage-Fonds eingesammelt, der in Continuation Funds anderer Manager investiert. Taubman fasst zusammen: Continuation Funds seien keine Modeerscheinung, aber auch kein Allheilmittel.




