Nicht sparen, sondern wachsen: PwC über den richtigen Umgang mit KI-Gewinnen

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September 7, 2026
08.09.2026
2 Minuten Lesezeit

PwC-Manager Paul Griggs fordert Unternehmen auf, die Produktivitätsgewinne der KI in neue Produkte und Märkte zu lenken, statt sie vorschnell in Kostensenkung umzumünzen.

Ein Plädoyer gegen die Effizienzfalle

Wer KI vor allem als Sparinstrument begreift, verkennt ihre eigentliche Wirkung. Diese These vertrat PwC-Senior-Partner Paul Griggs bei einem Auftritt auf Zypern. Die Technologie schaffe Werte, Werte trieben Wachstum, und Wachstum wiederum lasse Bedarf für neue Arten von Arbeit entstehen. Die verbreitete Sorge um wegfallende Jobs blende diesen größeren volkswirtschaftlichen Effekt aus, denn KI setze menschliches Potenzial frei, das sich gezielt ins Wachstum lenken lasse. Sein Rat an die Führungsetagen lautet daher, zuerst die neuen Märkte, Produkte und Kunden zu identifizieren, die dank KI erreichbar werden, und erst danach über den Personaleinsatz zu entscheiden.

Zahlen gegen die Angst

Untermauert wird das mit Daten aus dem AI Jobs Barometer 2026, für das PwC weltweit eine Milliarde Stellenanzeigen auswertete. Ausgerechnet die am stärksten von KI betroffenen Organisationen bauten ihre Belegschaft demnach doppelt so schnell aus wie die am wenigsten betroffenen. Zugleich wirkt die Technologie ungleich. Rollen, in denen sie menschliche Expertise, Urteilskraft und Kreativität verstärkt, wachsen rascher und sind oft besser bezahlt, während Tätigkeiten, die sie selbst übernimmt, langsamer zulegen oder schrumpfen.

Umschichten statt streichen

Griggs räumt ein, dass Einsparungen und einzelne Stellenkürzungen mancherorts unvermeidbar seien. Ein einseitiger Fokus auf Effizienz drohe jedoch künftiges Wachstum zu schwächen. Als Beispiel dient ihm die Softwareentwicklung, wo KI Routineaufgaben übernehme und erfahrenen Entwicklern Zeit für Mentoring und Qualität verschaffe. Deren Beschäftigung könne im kommenden Jahrzehnt sogar um 15 Prozent steigen. Ähnliche Chancen sieht er in der personalisierten Finanzberatung, der rechtlichen und steuerlichen Betreuung kleiner Unternehmen sowie in der Patientenversorgung. Die durch KI gewonnene Zeit, so sein Appell, sollten Führungskräfte nicht als Einsparung verbuchen, sondern als strategische Ressource für Wachstum.

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